„Stille“

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Wenn ich auf der Suche bin, suche ich die Stille. Hier begegne ich niemandem, nur mir Selbst. Hinein gespürt in die unendliche Tiefe meiner Selbst, das machte mir in frühen Jahren das eine oder andere Mal Angst, fühle ich hier besser, welcher Weg an einer Wegkreuzung der Meine ist. Dieser Ort in mir ist warm, kühl, durchgeknallt, leise, laut, still, derb, zart, frech, liebevoll, verspielt, sauber, auch schmutzig und alles was ich mir noch so vorstellen kann. Und doch zieht es mich in Zeiten des Suchens dorthin. Genau dorthin. Warum gerade dorthin? Mitten in dieses Gefühlschaos, denn begebe ich mich dorthin, fühle ich ein Chaos, sonst bräuchte ich mehr leben um mich, anstatt Stille zu dieser Zeit. Den roten Faden wieder aufnehmen und dort kann ich mir Zeit nehmen diesen zu finden, mich hineinfühlen in jedes einzelne Gefühl, das in mir wohnt, ob ich wirklich gerade so bin, wie ich mich gebe. Ja, wie ich mich gebe.

Kennst du das auch? Ich tue etwas und meine „Hey das ist toll, prima, das gefällt mir!“  und just im nächsten Augenblick kommt mein Inneres nach oben, und erzählt etwas ganz anderes. „Das bin ich?“ Diese Frage hörte ich schon in mir aufsteigen. Und wie ein Funkenflug rauscht es aus mir heraus in so einem Moment. „Nein, ich würde ja so und so … .“ Bleibt dann die Frage, wessen Gefühl ist das, das in solchen unwahren Momenten zutage kommt? „Unwahre Momente“, weil sie ja anscheinend Gefühle zum Ausdruck bringen, welche mir fehlen und die ich doch zum Ausdruck bringe.

Ich sage es ja immer mal wieder „In meinem Bauch sitzt ein Mann.“  Warum gerade ein Mann? Ganz einfach, weil ich ja schon „Frau“ bin und ein Mann, das entspricht meinem Naturell.  Und „natürlich sein“ liebe ich. Ich liebe es, wenn Menschen sich zeigen wie sie sind. Wie sie wirklich sind. Wenn Männer, Männer an ihrer Hand halten, Frauen ihre Frau, und Männer ihre Frau, einfach, weil sie alle so fühlen.Wenn Menschen das Sagen, was sie denken, weil sie so fühlen, das ist wundervoll!

Nun ja zugegeben, es kann auch schmerzhaft, verletzend, nervend,  aber eben auch durchaus liebenswürdig sein, ehrlich, wahrhaftig. Ja, das bin ich! Der Mann in meinem Bauch ist still. Suche ich nach Stille begegne ich mir Selbst. Suche ich nach Stille, suche ich auch oft im außen einen Ort der Stille auf, sofern es möglich ist. Und habe ich die Stille gefunden im Außen und innen, dann fühle ich einen unsagbaren Frieden in mir. Stille eben, die glücklich fühlen lässt und die ich mir in den Alltag mir herüberrette, solang es mir möglich ist. Ansonsten mache ich mich eben wieder auf die Suche.  Dankbar.

 

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