„Ohne Fleiß keinen Preis?“

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„Ohne Fleiß, keinen Preis?“ Ist das wirklich so? Trifft das auch auf die Arbeit mit meinem Selbst zu?

Vor mehr als 15 Jahren wollte ich meinem Leben eine andere Richtung geben und  kontaktierte telefonisch einen Astrologen. „Wenn sie mehr zur Ruhe kommen und nicht mehr so schnell unterwegs wären. Ja, dann … .“ Das waren, die fast letzten Ausführungen des Astrologen bei unserem Gespräch.

(Den Grund meines Anrufes könnt ihr bei Interesse unter dem Beitrag „Mit Liebe gesegnet?“ am 27.10.19 lesen.)

„Mein Gott.“ dachte ich damals, „Noch langsamer werden?“ Für mich fühlte sich mein Leben bereits langsam an. Damals war ich Single, viele Leute die ich noch von früher kannte, hatten bereits Familie oder waren mittlerweile sehr weit entfernt beheimatet, so hatte ich nur eine Freundin, die auch allein lebte und ich hatte meine „weltliche“ Arbeit.

Und ja in meinem Leben gab es schon so Zeichen, das ich wohl zu schnell unterwegs war. Als Erstes war da einmal ein Strafzettel für zu schnelles Fahren. Ich fuhr mit meinem kleinen Wagen und vor mir ein anderer mit seinem. „Oh man, fahr doch endlich zu.“ meinte ich und trat auf mein Gaspedal, ohne zu überlegen, warum der Fahrer vor mir langsamer fuhr, es hatte seinen Grund, den ich leider übersah. Ich bekam mein Foto und durfte blechen! Ein anderes Mal unterhielt ich mich mit einem Kollegen, über seine neue Wohnung und wo er nun wohnen würde fragte ich ihn. Er erklärte mir es und ich kannte die Gegend,  er beschrieb mir dann „Dort, wo du dreißig fahren musst, die Straße rechts ab, auf dem Berg, das zweite Wohnhaus auf der linken Seite. Na ja ich sehe schon Jana, so wie du mich anschaust, bist du dort noch nie dreißig gefahren.“ meinte er und ja, er hatte recht, und wir lachten.

Ein anderes Mal, ich arbeitete in einem anderen Bundesland, auf der anderen Seite Deutschlands und freundete mich dort mit zwei Mädels an. Wir gingen aus und fuhren mit dem Auto. Die eine von ihnen parkte ab und als wir ausstiegen, sah ich eine kleine Gasse vor uns mit einem blauen Schild, darauf las ich „Nur für Rollschuhfahrer.“ Ich lachte mich fast kaputt und sagte auch noch „Was es bei euch alles so gibt, eine Gasse extra für Rollschuhfahrer?!“ Dann lachten sie und klärten auf  „Was liest du denn? Nur für Rollstuhlfahrer.“  Ach ja, nur für Rollstuhlfahrer, dann las ich es auch!  Oder bei der Arbeit, da sprachen wir nur in den Pausen miteinander,  es war unerwünscht, während der Arbeitszeit und eine andere Kollegin, auch eine nette Freundin, schob mir einen Zettel zu. Auf diesem las ich „Mein Freund und ich haben uns gestern einen Auflauf gemacht.“ Ich schrieb zurück und fragte nach „Mit was und wie schmeckte er euch?“ Danach schob ich ihr den Zettel wieder auf dem Tisch zu  und sie schaute mich erschrocken aus ihren großen, braunen Augen an und sprach so leise, dass ich es kaum hören konnte „Einen Einlauf Jana.“ Dann guckte ich erschrocken  „Ach so einen Einlauf!“ sprach ich leise zurück. Sie gab mir den Zettel zurück und nun las ich wirklich „Einlauf.“ Die unheimliche Stille im Raum wurde durch unser beider Lachen unheimlich gestört. Nein, es war kein Auflauf, es war ein Einlauf. Grins.

Und so gab es doch viele Beispiele, wenn auch mitunter lustig, aber sie ließen darauf schließen, ja, ich war zu schnell im Leben unterwegs. Es stimmte. Oft haben auch Menschen, die langsamer machten, meine Geduld auf die Probe gestellt. Und ja, es machte mich rasend! Kennst du so etwas auch? Um so langsamer andere waren, umso schneller und hektischer wurde ich. Aber es ist Vergangenheit.

Durch die Arbeit mit meinem „inneren Kind“ begab ich mich auch unter anderem, in eine Therapie und diese baute sich auf eine Entspannungs-CD auf, welche ich damals täglich mindestens ein viertel Jahr hören musste. „Das kann ich nicht.“ war gleich meine Rede zur ersten Therapiestunde. „Sie müssen aber, darauf baue ich meine Arbeit mit ihnen auf.“ war die Antwort des Therapeuten. „Ich habe aber schon verschiedene CDs mit Entspannungsmusik, ich werde da noch hektischer, das ist mir alles viel zu langsam“, antwortete ich. Der Therapeut aber blieb dran, „Hören sie es sich an, sie können auch etwas anderes in dieser Zeit tun. Das Unterbewusstsein arbeitet damit.“ Ich probierte mehrmals und lehnte mehrmals ab, aber wollte ich Hilfe, musste ich dadurch und ich schaffte es! Es war aber, mehr als nur Musik auf dieser CD, es wurde auch gesprochen, sehr langsam und eindringlich und ich war heilfroh darüber, es doch geschafft zu haben.  Es tat mir gut, meinem Körper, meinem Geist und meiner Seele auch. 2007 Anfang des Jahres gab ich meine Arbeitsstelle in einem mittelständigen Unternehmen als Einkäuferin und Rechnungsbearbeiterin auf. Und danach verstand ich erst wirklich die Aussagen des Astrologen von einst, der unter anderem mir auch sagte „Wenn sie einmal langsamer machen würden….. .“

Ich machte langsamer, doch das war mit Fleiß meinerseits verbunden, denn dadurch kam ich auch mehr in meine Selbstliebe. Der Preis für mich, geistiges Wachstum und auch meine spirituelle Ader, welche ich als Kind schon hatte und die mich mein Leben lang bereits begleitete, konnte dadurch noch mehr Fülle erfahren und das wiederum schenkt mir Freude, Zufriedenheit und Harmonie. Glück ist auch dabei, jedoch hängt mein Glücklich sein noch von anderen Faktoren ab und ich glaube, Glück kann ein Moment sein, ein Augenblick, eine Stunde, ein Tag, vielleicht sogar mehrere, doch ich glaube niemand kann sich durchgehend ein Leben lang nur glücklich fühlen. Also ich kenne das anders. Was ich jedoch schon festgestellt habe in Bezug auf Glück, mitunter kommt es auf die Sichtweise in mancher Situation an. Doch selbst,  wenn ich alles immer nur als gute Fügung sehen würde, glaube ich kaum, dass es mich glücklich fühlen lassen würde. Denn Glück ist das Höchste der Gefühle und das in jedem Augenblick eines Lebens wahrzunehmen, ist für mich unvorstellbar. So glaube ich, ich würde dann von einem Roboter sprechen, jedoch nie von einem menschlichen Wesen? Aber wer weiß, vielleicht liege ich ja, was das glücklich sein an jedem Tag meines Lebens betrifft falsch, und ohne Fleiß, keinen Preis? 

Oft meinen andere ja, der wiederum andere kann sich doch glücklich schätzen, jedoch gehen sie dann immer nur von ihrer Sichtweise aus. Was einen wirklich glücklich fühlen lässt, kann doch jeder nur immer für sich selbst beantworten.

 http://buchkaleidoskop.reikipraxis-goeritz.de/78.html

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