Archiv der Kategorie: Bewegung

„Bewegung“ ; Gedanken und Gefühle über Erlebtes

Willkommen 2021

Willkommen 2021!

Was bleibt der Menschheit auch übrig, als das Neue zu begrüßen? Schauen wir mal, was das neue Jahr uns so bringen wird.

Mich hat gestern Abend mein Gefühl etwas gerüttelt und heute am Vormittag auch noch einmal. Aber, ich habe meine Gefühle herausgeholt aus dem kleinen Tief, und wir bedankten uns gegen 15 Uhr bei unserer liebenswerten Nachbarin für ihr entzückendes Neujahrsgeschenk, das vor unserer Tür stand. Wir wollten gerade zu unserem Neujahrsspaziergang aufbrechen, da fanden wir es.

Lustig und auch etwas kurios empfand ich, das ich sie am Nachmittag mit einem „Guten Morgen“ begrüßte, weil wir da ihre nette Geste vor der Tür fanden, unsere hatte ich ihr schon gestern Abend vorbeigebracht mit dem Wunsch gut ins neue Jahr zu kommen. Auf jeden Fall lachten wir alle aus voller Kehle, sie beugte ihren Oberkörper vor lauter lachen nach vorn und ich meinen nach hinten. Im Geschenk war unter anderem ein Glückslicht und wenn man es entzündet kann man seine Glücksbotschaft lesen und als ich es entzündete als wir wieder zu Hause waren und ich nach einer Weile schaute, las ich doch „Lachen ist die beste Medizin.“ Toll. Passte wie Arsch auf Eimer 🙂 wie das Leben so spielen kann und ich erfreute mich daran.

Und diese Worte gebe ich auch gern weiter. Bleibt mir noch zu wünschen, möge es für uns alle ein besseres Jahr werden.

„Eine Träne ist eine Träne, nur das Gefühl entscheidet“

Als ich eine sehr junge Frau war, sagte mir meine Mutter einmal „Wenn deine Beziehung auseinander geht, und du keine Schuld daran trägst, musst du nicht weinen. Hast du aber Schuld an der Trennung, oder hast du versäumt alles im richtigen Rahmen zu geben, um an der Beziehung zu arbeiten und sie ist deshalb zerbrochen, dann hast du einen Grund zum Weinen.“
Ich kann mich gar nicht mehr so richtig daran erinnern, ob mir ihre Worte damals Hilfe waren, mitten in meinem schlimmsten Liebeskummer, der mit zittern und Weinkrämpfen einherging. Später ab und an, erinnerte ich mich an die Worte meiner Mutter, dann wenn eine Trennung anstand, und ich weinte sehr selten. Oft war ich diejenige, welche gesprächsbereit war und offen für eine positivere Veränderung in einer Beziehung. Viel später noch, fühlte ich, dass mitunter keiner von beiden an einer Trennung Schuld haben könnte. Weil jeder Mensch halt anders tickt. Manchmal langte es eben kaum mehr zum Lieben und einer möchte sich weiterentwickeln und der andere eben nicht oder nie, wie auch immer. Manchmal war es womöglich auch so vorgesehen, das zwei nur ein Stück ihres Weges zusammen gehen können. Und finden sich zwei die gern zusammen gehen, dann fließen, womöglich auch Tränen, doch nur vor lauter Glück.
So zum Beispiel bei meiner Trauung, ich weinte damals vor Glück bei der Zeremonie. Die Tränen sprudelten aus mir heraus, weil ich mein Glück kaum fassen konnte. Erst später habe ich diese Tränen genießen können.  So glaube ich, das es mehrerlei Tränenvergießen gibt. Einmal, wenn man sehr traurig ist und sich vielleicht enttäuscht, gar betrogen fühlt. Ist mir auch schon so ergangen, da ärgerte ich mich dann über mich Selbst, das ich so getäuscht wurde, weil ich anscheinend nicht sehen, nicht fühlen mochte, was mit mir geschah. Und dann die Tränen, die man auch genießen darf.  Ist man durch irgendetwas getrennt vom anderen, kommt vielleicht auch eine Träne ans Licht, weil man sich gerade verlassen fühlt und den anderen gern bei sich hätte? Dieser Träne müsste man sich dann ganz bewusst zuwenden, denn der andere ist ja bald wieder zurück und man darf sich wieder im Arm halten. Der Gedanke, das Gefühl, wie glücklich man doch gemeinsam ist, zaubert schnell wieder ein Lachen ins Gesicht. Früher hätte ich dies nie so gefühlt, Träne war für mich Träne, sei denn ich weinte sie vor lauter Lachen.
Und dann gibt es ja noch die, ich nenne sie, falsche Tränen. Tränen, die mancher irgendwo herholt, um nur seine Gefühle durchzudrücken. Mitunter klappt dies, wenn das Gegenüber schwächer ist, dann wird eingelenkt und das eigene Gefühl zurückgestellt. Dies heißt für mich jedoch, das gar keine Liebe gelebt würde. Denn Manipulation oder fehlende Selbstliebe haben mit Liebe keineswegs etwas gemein, eher etwas von Macht in falscher Manier unterwegs. Und dies kann nie gut gehen, wenn man auch zusammen bleiben würde aus lauter Vertrautheit, weil es schon oft so war, glücklich würde man wohl nicht, so glaube ich.
Aber vor lauter Tränen, möchte ich die Tränen keineswegs vergessen zu erwähnen, die auch ich vor lauter Lachen weinen kann. Das ist schön!
Das ist mir auch schon oft passiert, selbst beim Autofahren und auch als ich mit dem Fahrrad unterwegs war. Doch wenn ich dann so weinen muss vor lauter Lachen, fühlt es sich bei mir so an, als ob mein Körper das viele Lachen nicht bewältigen könnte und die freudige Energie muss dann zum Mund und den Füßen heraus, so das ich mit den Beinen schnell auf der Stelle treten muss, als ob ich einen Sprint hinlegen möchte und eine Art Urschrei holt mich ein und ich beglücke mein Umfeld damit. Lachen kann also für mich ein Ganzkörper Erlebnis mit totaler Hingabe sein.
So habe ich die einstigen Worte meiner Mutter für alle Beziehungen in meinem Leben mehr oder weniger angewandt, keineswegs nur in meinen Partnerschaften.
Fazit: Durch Arbeit mit sich Selbst zu Harmonie finden.

„Eine Wasserperle des Nachts“

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Blaues Meer mit großen Tiefen, Wellenberge füllten dich und mit der Flut kamen alte Steine wieder zurück ans Licht. Auf gelben Sand erwachten sie, doch welcher Weg war nun erwählt? Der Zeiger der Zeit hauchte in manchen Augenblicken, so manchen Träumen, Leben ein. Gedanken fielen so zum Boden, versanken in den Wogen, die zum Ufer gerade rollten. Gefühle versteckten, verbargen Leben, das keine Liebe zu leben schien. Und am Strand erwachte die Nacht, das Licht im Dunkel leise tönte. Die Steine jedoch zeigten nur Tropfen, die das Nachtlicht erstrahlen ließ. Der Weg wird neu! Das Licht wird groß! Die Liebe ist kein Los, sie ist der Wahrheit Herzenskraft und lenkt im Leben alles. Blaues Meer der Ewigkeit, was birgst du noch an Steinen? Wellenberge laufen aus bis zum gelben Ufer, bringen mit, alles was nur Lose ist. Er gibt auf, er schwimmt vielleicht? Sie ist auf dem Weg zu sich zurück.

„Richtige Kommunikation“

communication-1991849_640Bild: Pixabay

Kommunikation ist wichtig, das wissen wir. Richtige Kommunikation bringt uns weiter,
womöglich an unser Ziel. Doch wie kommunizieren wir richtig? Was heißt beim Kommunizieren, richtig?
Beginnen wir doch einfach von vorn.

Kommunikation ist eine Unterhaltung zwischen mindestens zwei Menschen. Das allein sagt noch keineswegs etwas darüber aus, ob das Kommunizieren nur oberflächlich oder tiefgründiger gestaltet wird. Dass wiederum liegt an den Kommunizierenden, genauer an mindestens einem von ihnen.
Oft erfährt man Missverständnisse bei Unterhaltungen, und hört im Nachhinein Sätze,
so oder so ähnlich wie „So habe ich das nie gesagt oder gar gemeint.“
Und genau dieser Oberflächlichkeit ausweichen zu können, sollten wir richtig kommunizieren. Es kann uns die Möglichkeit bieten, das Gesagte des Gegenübers im Gespräch zu reflektieren, durch eine von uns gestellte Nachfrage. So ist es sogar möglich, bis zum Grund eines Anliegens vorzugehen.
Natürlich, liegt es an den Kommunizierenden, und ist einer nur bereit, richtig zu kommunizieren, wird man kaum einen Erfolg erzielen, ganz klar. Aber, wir wissen dennoch woran wir dann sind.
Warum sollte ein Mensch, der ehrlich mit sich und auch mit anderen kommuniziert, sich dieser Art der Unterhaltung verweigern? Eine Lüge wird so auch entlarvt.

Richtiges Kommunizieren können wir überall einsetzen, auch im Arbeitsleben, bei Bewerbungsgesprächen, bei Gehaltsverhandlungen, unter Kollegen, Freunden, Familie, wie auch immer, es wird jeden, der daran teilhat weiterbringen. Das richtige reflektieren bei der Kommunikation kann beim Gegenüber etwas auslösen. 

Und noch etwas möchte ich gern mit auf den Weg geben, manchmal genügt richtiges Kommunizieren, doch manchmal, wenn es doch um mehr gehen sollte, möchten wir gern an unser Ziel dabei kommen, um unsere Wünsche zu erfüllen. Gerade zum Beispiel bei einer Gehaltsverhandlung. Hier sollten wir darauf achten, dass wir dem anderen seine Aussagen so zurückgeben, das er für seine Fragen,  die er uns stellte, immer ein „Nein“ aussprechen muss, immer vorausgesetzt natürlich, wir wissen um unsere Arbeit und unser Tun und wir sollten bei der Wahrheit bleiben, ansonsten fällt es uns einmal auf die Füße, aber das wird ja jedem selbst klar sein.  Jedoch kann man diese Art der Kommunikation beliebig vertiefen.

 

Vielleicht einige Beispiele. Es findet eine Unterhaltung zwischen zwei Menschen statt.

Frau A sagt: „Die Gegend, in der sie wohnen, ist laut und unschön.“
Frau B antwortet: „Sie möchten sagen, für sie wäre es keine Wohngegend?“

Frau A sagt: „Was du gestern gesagt hast, das gefiel mir überhaupt nicht.“
Frau B antwortet: „Du möchtest mir sagen, ich habe etwas Falsches gesagt?“

Frau A sagt: „Wenn er keine Frau mehr hat, wird er doch total verkommen.“
Frau B antwortet: „Du möchtest dich mit mir über andere Leute unterhalten, obwohl sie abwesend sind?“

Frau A sagt: „Ich bitte sie um eine Gehaltserhöhung von Euro 250 monatlich.“
Frau B fragt: „Sie haben doch noch das gleiche Arbeitspensum wie früher?“
Frau A sagt: „Sie waren bisher immer mit meiner Leistung zufrieden, und ich arbeite bereits seit fünf Jahren für gleiches Gehalt. Dabei bringe ich meine Ideen und meine Kreativität mit ein und manch Überstunde ist auch mit drin. Möchten sie mir jetzt damit sagen,  dass sie mit meiner Arbeit unzufrieden waren?

 

„Mein inneres Kind“

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(Dies Bild malte und gestaltete ich mit meinem inneren Kind)

Ja, das „Innere Kind“ ist wohl ein sehr sensibles Thema, dennoch möchte ich darüber schreiben, weil ich wirklich glaube, das die Beschäftigung damit, helfen kann, sich freier zu fühlen.  Selbst habe ich mich erst vor zehn Jahren ganz genau 2007/2008 meinem inneren Kind wirklich gewidmet. Zugegeben, anfänglich kam ich mir wohl schon etwas komisch vor, um es einmal vorsichtig auszudrücken, doch mit der Zeit und auch mit etwas Übung wurde es besser. So konnte ich mir kaum vorstellen, wie ich das überhaupt beim ersten Mal anstellen sollte, damit irgendetwas geschehen konnte, das in die richtige Richtung zeigte. Und so kam ich auf den Gedanken, das ich mich selbst als kleines Kind sehen könnte, so wie ich eben einst einmal aussah. Ein kleines Mädchen, mit schönen grünen Augen, langen Wimpern, blonden, etwas lockigen langen Haar, das ich oft als Dutt oder Pferdeschwanz, auch mal zu zwei Zöpfen geflochten trug, bis zu meiner Einschulung. Danach trug ich kurzes Haar und erst in späterer Schulzeit schulterlang und offen. Ich liebte mein langes Haar und auf meine Frage, warum ich für die Schule kurzes Haar tragen muss, antwortete meine Mutti damals: „Weil du Sportunterricht bekommst und du deine langen Haare, wenn sie zerzaust sind, sicher nicht allein selbst wieder so hinbekommst, das es ordentlich ausschaut.“  Für mich war und blieb es eine unmögliche Ausrede, denn meine Haare durchkämmen und einfach mal offen tragen, hätte ich sicher hinbekommen. Was blieb mir also übrig, als dies zu akzeptieren und so trug ich eben einen kurzen Haarschnitt. Meine langen abgeschnittenen Haare, zu einem Pferdeschwanz geflochten, bekam ich als Erinnerung mit nach Hause. Für mich war das allerdings kein Trost. Oft stand ich sogar noch Jahre später vorm Spiegel und hielt mir diesen blonden Zopf an mein Haar und schwelgte in Erinnerung und überlegte, warum ich es nie geschafft hatte, mir die Haare wieder lang wachsen zu lassen, denn einige meiner Schulkameradinnen hatten auch langes Haar und sie durften ihre Haarlänge als sie eingeschulte wurden behalten und ich sah in mancher Unterrichtsstunde sehnsüchtig auf deren Haare, weil zwei von ihnen, vor mir auf der Schulbank saßen. Das tat meinem kleinen Mädchen schon weh, sie hätte ihre Haarlänge auch gern behalten. Das jedoch, war nur ein Schmerz, der nie ausgeheilt war.

Irgendwann also, im Zuge meiner Entwicklung kam auch ich kaum drumherum mit meinem inneren Kind zu arbeiten. Als ich erst einmal so ein bisschen in mich hineinhorchte, was da alles zum Vorschein kommen könnte, verschob ich mein Gespräch, denn Angst fühlte ich, und sie machte es mir schwer vertrauensvoll mit meiner Arbeit zu beginnen.

Doch der Tag kam und ich war mutig.

Ich nahm mir Zeit und war ungestört, so wie ich es brauche, wenn ich mich mit mir selbst beschäftigen muss oder heute auch möchte. Das nämlich, hat sich zum Beispiel verändert, „Nicht müssen, sondern ich möchte.“ Ich machte es mir bequem auf meinem Sofa und habe es langsam angehen lassen. In meiner Vorstellung saß ich auf einem Stuhl, später einmal lag ich auf meinem Sofa und hielt das kleine Mädchen kuschelnd im Arm. Auf meinem Schoß habe ich sie Platz nehmen lassen und ja, ich fühlte schon ihre Traurigkeit. Ich bin selbst noch überrascht, wie deutlich ich das alles wahrnehmen konnte. Sie saß so, das ich sie im Profil wahrnehmen konnte, ich hielt sie umarmt und sie lehnte sich mit ihrem Kopf an meine Schulter an und als ich sie fragte, ob sie mir erzählen mag, was ich für sie tun könnte, da nickte sie ganz ruhig. Ich fühlte mich in diesem Augenblick auch ruhig und fragte weiter, ich nahm irgendwie an, es bliebe so, ob sie denn traurig wäre und wenn warum. „Ja, ich bin traurig“, erzählte sie mir und ihr Blick ging immer noch zu Boden und dann sagte sie mir und das werde ich nie wieder vergessen, ich möchte doch nur lieb gehabt werden. Und dann geschah es. Mit meiner Ruhe war es vorbei. Ich fühlte so einen Schmerz und ich weinte bitterlich und es hörte erst spät auf und wenn ich mich erinnere, ich wäre gern irgendwo im Wald gewesen, wo mich niemand hätte sehen und hören können, so geschrien hätte ich und vielleicht hätte ich noch gefragt „Warum nur?“

Nachdem ich mich weitgehend beruhigt hatte, sprach ich weiter mit meinem kleinen Mädchen und ich versprach ihr auf jeden Fall sie immer anzuhören und wenn etwas anders laufen sollte, als sie es sich wünscht, helfe ich ihr damit klarzukommen und kann ihr erklären, weshalb, warum, wieso. Das fand sie wohl ganz gut. Und ich bat sie auch Geduld mit mir zu haben und ich erwischte mich dabei, was ich ihr doch zumutete. Allein schon der Kummer der vielen Kindheitsjahre und jetzt noch Geduld und ich selbst bringe auch schwer Geduld auf. Und hier fühlte ich schon, das ich Gefühl lebe aber eben auch Willen. Aber sie ließ sich darauf ein und ich versprach, ich bin groß und erwachsen und ich werde schauen, wie wir was lösen können, wenn es da etwas gäbe.

Im letzten Jahr zum Beispiel sollte ich ins Krankenhaus und das kleine Mädchen hatte eine große Angst. Ich redete ihr gut zu und wusste auch, ich muss dahin, aber ich wollte es versuchen auf eine andere Weise für mich abzuklären. Meine Ärztin ist bald verrückt geworden „Nein, also wirklich, das muss ich ihnen jetzt sagen, sie sind ja schlimmer als ein kleines Kind, das ist ja mitunter einsichtiger.“ Ja, sie hatte durchaus recht damit, ich verhielt mich wie ein kleines Kind, aber für mich war es wichtig, es nach außen bringen zu dürfen, egal was ein anderer über mich denkt.  Ich selbst bin mir wichtig geworden mit meinen Bedürfnissen.  Was hätte ich gelernt, wenn ich einfach weghören würde, was in mir vor sich geht? Natürlich musste ich am Ende doch ins Krankenhaus und ja es war sicher auch richtig und natürlich hatte ich Angst, vor dem was kam, aber ich bin durchgegangen, ich brauchte eben etwas Anlauf.  Na und?! Für mich ist es wichtig, auch wenn ich scheitern sollte, es wenigstens versucht zu  haben. Ansonsten könnte ich mir ja selbst vorwerfen, keinen Mut, keine Courage wie auch immer an den Tag gelegt zu haben.

So bin ich immer mehr mit meinem kleinen Mädchen in Kontakt gekommen und ja manchmal musste sie mich auch noch am Ärmel zupfen, um gehört zu werden, aber  wichtig ist nur, sie eben auch ernst zu nehmen, mit ihren Ängsten, Wünschen, Sehnsüchten. Bevor ich das hier schrieb, fragte ich sie, ob sie sich noch erinnern würde an unser erstes Gespräch und sie antwortete: „Ja, da hast du viel geweint.“ Ja, weinen reinigt die Seele, sagt man und sicher ist da etwas dran.  Und heute lächle ich zum Beispiel auch darüber, wie ich sie fragte „Was kann ich für dich tun?“  Kein Erwachsener fragt ein Kind, was er für dieses Kind tun könnte, wenn es traurig schaut. Daran erkannte ich später meine Unbeholfenheit mir selbst gegenüber in jenem Moment. Aber wie sagt man noch so schön „Es ist noch keine Meisterin vom Himmel gefallen.“  Und ich bin nun einmal ein Mensch, der es ausspricht, auch wenn es sich schlimm anfühlt, ich bin mir selbst gegenüber immer ehrlich und so ist es für mich kein Problem es auch anderen gegenüber zu sein.

Nach meiner Arbeit mit meinem inneren Kind,  begann ich auch zu schreiben, für mein inneres Kind, auch einige Märchen. Ich begann intuitiv zu malen, einfach so, und das muss keinem anderen gefallen, noch nicht einmal mir, es dient einfach nur dazu, das Kind in mir erzählen zu lassen. So bemalte ich unwahrscheinlich viele Steine und malte einige Bilder und später gestaltete ich diese noch. Mein inneres Kind darf sich nun austoben und es mag für andere wirklich dämlich klingen, aber so stelle mir auch einfach vor, wie ich mit meinem kleinen Mädchen spiele, tanze, oder es einfach mal richtig lange durch krabbele, all so Dinge mit ihr tue, die wohl viele Kinder halt mögen.  Und malen, stempeln und ausmalen, all dies tat ich schon als kleines Kind so gern. Da gab es unzählige Stempeldrucke mit verschiedenen Motiven, die ich als Kind so gern aufs Papier brachte, um sie dann bunt auszumalen. Und was tue ich heute anderes mit meinen Gedichten, Märchen oder Bildern? Ich male zwar keine Stempeldrucke mehr aus 🙂 , aber ich male mir im Gefühl das aus, was ich gern tun würde und erhalte so manchmal Unterstützung aus der geistigen Welt, von Seelen, die einst bei mir zu Hause waren, oder auch durch Engelsenergien. Dafür bin ich auch wirklich dankbar, denn es bereitet auch mir Freude.

Heute fühle ich mich viel wohler in meiner Haut und bin wirklich froh darüber die Arbeit angegangen zu sein. Erleichterung, auch wenn ich doch weiß, dass die Arbeit mit dem inneren Kind nie enden wird, aber sie kann leichter werden. Leichter, weil der schwerste Schritt wohl der erste Schritt war. Und Freude, weil mein kleines Mädchen Freude fühlt und klingt es auch für manch anderen seltsam, gar unmöglich, bin ich doch ein klitze klein wenig stolz auf mich und mein inneres Kind, das wir uns getraut haben ja zu sagen, ja zur Aufarbeitung dessen, was im Argen lag. Auch scheue ich mich keinesfalls zu erwähnen, eine Therapie in Anspruch genommen zu haben. Als ich vor zehn Jahren 2007/2008 begann mit meinen Gefühlen wirklich zu arbeiten, glaubte ich,  eine Therapie wäre eine gute Möglichkeit viel Vergangenes aufzuarbeiten. Durch den Therapeuten sah ein fremder, unvoreingenommener, aber auch ein psychologisch geschulter Mensch auf meine Themen und auch das half mir in der Verbindung zur Arbeit mit meinem inneren Kind.  Ich kannte kein Schämen oder Scheu davor meine Ängste und Ansichten vor ihm auszubreiten, ich mochte Hilfe haben und empfand die Therapie,  als große Hilfestellung für mich, und stellte noch im Nachhinein fest, durch das, was ich dort lernen durfte, hatte ich Hilfe für mein Leben erfahren. Selbstliebe.

 

„Vergebung ist Transformation“

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Vergebung ist ein großes und in den letzten Jahren auch zu einem, so glaube ich, beliebten Wort geworden. Doch was ist Vergebung? Transformation! Allein der Gedanke zu vergeben ist gut, doch viel wichtiger ist das Gefühl hierzu. Und was mir im Zusammenhang mit dem Wort „Vergebung“ auch schon aufgefallen ist, mancher glaubt, auch wenn er um Vergebung bitten müsste, weil er Schuld trägt, er solle dem anderen vergeben, damit der andere sich wieder wohler fühlen darf. Nun, ich glaube, das ist nur ein kleiner Teil des Ganzen.

Natürlich kann ich nur für mich selbst sprechen und trage ich Schuld, sollte ich um Vergebung bitten. Denn damit würde sich nie nur mein Gegenüber wieder wohler fühlen, im Zusammenhang mit meiner Person, sondern ich auch, weil für mich Gerechtigkeit wichtig ist.
Doch auch mir selbst zu vergeben bei einem Fehler ist für mich enorm wichtig.
Und ich habe für mich feststellen können, dass für mich Selbstvergebung an erster Stelle steht, weil ich mich dann wohler fühle, meine Gedanken und Gefühle bereits geordnet und analysiert habe und so meinem Gegenüber auch wieder unter die Augen treten kann, wenn ich erklären möchte warum, weshalb, wieso. Und noch eines ist für mich enorm wichtig, ich muss mich hinterher keinesfalls ärgern, ist meine Vergebung ehrlich aus dem Gefühl geschehen und sie würde dennoch nicht akzeptiert.

Vielleicht auch einmal anders gesehen, geschieht eine Vergebung ohne Transformation, kommt sie nur als Gedanke daher und man wird sehr schnell verstehen und auch erkennen, das diese Art von Vergebung keine wahrhaftige Veränderung beinhaltet,  Fehler könnten so wiederholt auftreten und man fühlt sich selbst dennoch unwohl, zumindest mit dem Menschen, den man um Vergebung gebeten hat. Hier darf sich dann jeder selbst an die eigene Nase fassen, wenn es das Gegenüber dann eben nicht mehr gibt.

Vergebung ist also wohl doch zurecht ein großes Wort. Für mich beinhaltet es jedoch noch mehr. Selbstliebe. Auch, wenn man einen Fehler begangen hat,  ist es nie spät zu erkennen, was man falsch gemacht hat und dies in Zukunft zu ändern.

Und wo vielleicht ein anderer meint, man müsste sich nicht entschuldigen, weil der andere einem nicht so viel wert, empfand ich es für mich immer schon anders. Für mich wäre es dennoch wichtig. So würde ich auch um Vergebung bitten, damit ich mich selbst im Spiegel ansehen mag, denn was falsch war, bedarf meines Gefühls immer einer Entschuldigung und danach eines besseren Tuns.

 

„WER BIST DU WIRKLICH“

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WER BIST DU WIRKLICH
Hebst du deine Welt aus den Angeln? Lässt sie baumeln wie es dir gefällt?
Suchst du den Schmerz unter deiner Haut, der sich verkroch, weil er kein Licht erträgt?
Welchen Spagat musst du wagen, um dich noch zu fühlen?
Wohin sieht dein Auge, wenn dein Gefühl traurige Wahrheit spricht?
Meidest du Menschen, welchen ihren Weg in Freude erfahren?
Ziehst du dich von anderen zurück, welche dir mit Liebe begegnen?
Welchen Weg möchtest du gehen, um zu erfahren, wer du wirklich bist?
Worin besteht der Sinn deines Lebens?
Warum bist du auf dieser Welt und worin findest du Erfüllung?
Wenn keiner um dich herum, wer bist du?
Sind viele um dich, bist du, du selbst?
Was ist dir wichtig und lebst du es?
Vertrittst du deine ehrliche Meinung immer und überall?
Hegst du Ängste, und hältst dein Gefühl verschlossen?
Fühlst du Mut deinen eigenen Weg zu beschreiten?
Fühlst du Freude in dir?
Ist Leichtigkeit zu meist dein Begleiter?
Wie gehst du mit konstruktiver Kritik um?
Verhältst du dich anderen gegenüber so, wie du möchtest, dass sie auch dir begegnen?  Ist dein Film nur ein Kopfkino, das dich durch dein Leben leitet?
Dein Bauchgefühl, führt es dich?
Glaubst du an dich und deine Fähigkeiten?
Denkst du in Gut und Böse?
Wünschst du noch?
Was erwartest du von dir selbst?
Hegst du oft Erwartungen anderen gegenüber?
Bist du bereit andere wahrzunehmen, welche dir Hilfe bieten und bist du bereit sie anzunehmen?
Sprichst du über deine Gefühle?
Bist du auf deine Entwicklung als Mensch stolz?
Liebst du dich selbst?
Lebst du Selbstliebe?
Träumst du viel oder schaffst du es deinen Traum zu leben?
Fühlst und erkennst du, welche Menschen dich fördern, in dem was dir wichtig ist?
Gehst du mit dir selbst ehrlich um und sprichst du ehrlich?
Zu treffende Entscheidungen fällst du sie auch oder lässt du das Schicksal entscheiden?
Gibt es für dich „Freiheit“ und wenn ja, was bedeutet es für dich?
Wie fühlst du dich, wenn du diese Fragen wirklich für dich beantwortet hast?
Was wäre wichtig für dich noch zu lernen?

„Wo ist denn nun die richtige Hexe?“

Pfingstsonntag, und schon heute Morgen ging es hoch hinaus. 454 m ü. NN mit der Gondel. Sie fuhr uns zum Hexentanzplatz in Thale und der liegt im wunderschönen Harz. Obwohl wir schön öfter hier weilten, finde ich es immer wieder faszinierend schön. Das Bodetal ist eine Reise wert. Und wie wir am Ende unseres Besuches feststellten, hatten wir ein gutes Timing, denn wir fuhren mit einer der ersten Gondeln am Vormittag nach oben. Als wir zurückfuhren stand eine immens lange Menschen-Schlange und leider viele von ihnen mit hängenden Mundwinkeln, konnte ich aber auch nachvollziehen.

Doch zurück zum Hexentanzplatz dort oben gibt es immer noch die kleinen Verkaufsstände mit allerlei Andenken, die der Besucher erwerben kann. Das Restaurant hatte geöffnet, die Walburgishalle stand auch auf ihrem Fleck wie je und je, ebenso das Berg-Theater und das Tiergehege. Was neu war, war das Haus der Hexe mit dem Hexenpfad im Garten. Genau wie das Haus selbst, so ist auch im Haus alles auf den Kopf gestellt. Ein kleines Mädchen ging die Stufen vor mir nach unten und fragte ihren Vater „Wo ist denn nun die richtige Hexe?“  Der Vater schwieg,  ich lachte und meinte „Das wüsste ich auch gern.“ Für Kinder ist es absolut klasse, sie können hier viel entdecken. So zum Beispiel sind sie angehalten im Hexenhaus zu schauen, was richtig herum hängt.

Doch mich hat wie schon die letzten Male bei meinem Besuch hier, der Ausblick in das schöne Bodetal begeistert. So sind wir von hier nach da über den Hexenplatz gewandert. Nachdem wir wieder mit der Gondel nach unten gefahren sind, heute war es ziemlich windig, die Gondel schaukelte etwas, gingen wir noch an der Bode entlang. Die Bode ist im Harz noch in ihrer ursprünglichen Form belassen und es sieht  total romantisch aus.

War ein schöner Pfingsttag. Das wünsche ich auch allen Lesenden, schöne Pfingsten.

„Die Schluchten des Thüringer Waldes“

Heute war einmal Wandertag. Mit dem Auto fuhren wir nach Eisenach und dort ging es per Pedes zur Landgrafenschlucht. Hier begann für uns der Rundwanderweg bis zur Drachenschlucht und wieder zurück zum Parkplatz. So gingen wir durch begrünte Felsenformationen, an einen kleinen Bachlauf entlang und mitunter über sehr schmale Wanderwege. Immer wieder umgestürzte Bäume, und vielleicht genau diese, ließen diese Schlucht idyllischer und auch irgendwie wild auf mich wirken. Nach einem Höhenunterschied von ca. 300 m führte uns der Rundwanderweg auf die „Weinstraße“ entlang bis zur „Hohen Sonne“, dazwischen hatten wir einen wunderschönen Ausblick über einen kleinen Teil der Thüringer Bergwelt. Bereits im Herbst 2018 besuchten wir die Drachenschlucht und genau diese haben wir heute noch einmal durchwandert, mit ihrer wunderschönen Klamm, die an ihrer schmalsten Stelle nur 68 cm breit ist.  Zwischen bemoosten Felsen und über einen Bachlauf,  der unterhalb des Weges dahin plätscherte. Insgesamt waren es 11 km Wanderwege mit einem kleinen Höhenunterschied, die wir erwandert haben. Sehr viel Grün, viel Fels, viel Bachlauf, einige kleinere Holz-Brücken mit und ohne Stufen, aber leider, wie ich finde, zu wenig Ausschilderung an den Abzweigungen der Wanderwege. Wir hatten uns am Vorabend eine Wanderkarte ausgedruckt. Ansonsten ein sehr schöner Wanderweg und viel gute Waldluft.

„Berührender Text von Bettina Wegner“

Diesen berührenden Text fand ich gerade auf:
  https://meinsammelsuriumblog.wordpress.com/2018/05/02/bettina-wegner-sind-so-kleine-haende-1979/

Kinder

Sind so kleine Hände,
winz’ge Finger dran.
Darf man nie drauf schlagen,
die zerbrechen dann.

Sind so kleine Füße
mit so kleinen Zeh’n,
darf man nie drauf treten,
könn‘ sie sonst nicht geh’n.

Sind so kleine Ohren;
scharf und ihr erlaubt.
Darf man nie zerbrüllen,
werden davon taub.

Sind so schöne Münder,
sprechen alles aus.
Darf man nie verbieten,
kommt sonst nichts mehr raus.

Sind so klare Augen,
die noch alles sehen.
Darf man nie verbinden,
könn‘ sie nicht verstehen.

Sind so kleine Seelen,
offen und ganz frei.
Darf man niemals quälen,
geh’n kaputt dabei.

Ist so’n kleines Rückgrat,
sieht man fast noch nicht.
Darf man niemals beugen,
weil es sonst zerbricht.

Grade klare Menschen
wär’n ein schönes Ziel.
Leute ohne Rückgrat
hab’n wir schon zuviel.

 

 

„Wenn die Seele weint“

 

 

 

Kommt uns das Leben schwarz-weiß daher, liegt es oft auch an unserem Gefühl, wie wir die Welt um uns herum, vor allem aber, die eigene wahrnehmen. Bunte Farbe von außen, sieht wunderbar aus und wie gern würden wir diese Farbigkeit auch in unser Leben lassen, doch es wird uns keine Punkte bringen, weil diese Farbe, die wir im außen bewundern, aus uns selbst fließen sollte. Wir sollten selbst fühlen, wie Grün der Rasen, wie Blau der Himmel, wie Bunt die Blumenpracht ist, die unsere Augen zwar sehen, doch unser Gefühl sich davor verschließt.

Und sicher gab es im Leben eines jeden von uns, Tage, die es in sich hatten. Da konnten wir ganz einfach nicht unbeschwert sein, obwohl wir es gern wollten. Und oft war es dieser unsägliche Wille, der uns genau davor zurückhielt, wieder in ein Gefühl der Balance zu kommen.

Denn wenn die Seele Kummer hat, sollten wir diesen wahrnehmen und herausfinden durch Fühlen, warum und wie wir es verändern können, ohne natürlich auch den Verstand nie zu vergessen. Eine Farbe von außen kann dabei eine Art guter Ratgeber sein, jedoch müssen wir selbst etwas dafür tun, um die bunte Farbe im Gefühl selbst wieder zu fühlen und wahrnehmen zu können.

Ablenkung ist solchen Momenten wohl nur sinnvoll, wenn wir bereits erkannt haben, wo unser Problem liegt und die ersten Schritte zur positiven Veränderung eingeleitet haben. Wir haben uns der Problematik gestellt und wissen, unser neues Tun wird uns auch wieder besser fühlen lassen. Oft fühlen wir es schon mit dem ersten Schritt in die neue richtige Richtung. Wir fühlen uns leichter und vertrauen wieder mehr. 

Oft ist auch das Gefühl der Angst ein Hindernis. Wir sollten uns immer wieder vor Augen führen, kein Mensch ist fehlerfrei, wichtig jedoch ist, aus seinen Fehlern zu lernen. Ich weiß, das klingt total abgedroschen und doch ist es richtig und vor allem wichtig, möchten wir in Zukunft nur Freudentränen der Seele wahrnehmen. Natürlich ist es auch verständlich, das wir Gefühle der Angst hegten bei manchen Prüfungen, die uns das Leben zu kommen ließ. Stellten wir uns diesem Gefühl immer mehr, verblasste die Angst auch, sie löste sich nach und nach auf, waren wir auf dem richtigen Weg der Seele. Und groß ist doch, wenn wir lernen die Angst hinter uns zulassen und mutig nach vorn zu gehen, ganz gleich was ein anderer auch meint zu unseren Fehlern aus der Vergangenheit. Wichtig ist doch das Hier und Jetzt, daraus formen wir den Morgen. Selbstliebe ist nie überzogen, solange wir unserer Seele folgen.  Und natürlich heißt dies auch nicht, das es immer nur eitel Sonnenschein gibt, aber, und das ist wohl wichtig, wir sind mehr in Balance und können manche Anforderungen besser bewerkstelligen.

(Fotos/Text: Jana Goeritz)

 

„Roter Mohn, du bist so schön“

 

Zauberhaftes Wetter, roter Mohn, Wasser, Grün und gute Laune, das alles fand ich am Muldenwehr Grimma auch vor. Mit meinem Schatz auf Tour. Ein Eis in die Hand und zur Hängebrücke. Der Weg darüber führte uns zum Rabenstein und von da hatten wir einen wunderschönen Ausblick auf die Mulde, die unter uns in ihrem Bett vor sich hin floss. Eine leichte Brise wehte über den Fluss und es schaute so aus, als würde der Fluss in die entgegengesetzte Richtung fließen. Ich dachte dabei, manchmal wie im richtigen Leben. Die Oberfläche erscheint anders, als es wirklich ist. Und immer wieder roter Mohn zu sehen. Herrlich. Allen ein schönes Wochenende.

„Stille zu Besuch“

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Wenn Stille uns besucht, ist in unserem Gefühl etwas durcheinander geraten. Etwas, das uns so keineswegs weitergehen lassen möchte. Es ist schwer für uns, dies zu akzeptieren und wir kämpfen. Doch solange wir kämpfen, möchten wir wohl keineswegs annehmen, das was ist. Wir scheuen uns unsere Gefühle näher zu betrachten.

Wenn ein Traum stirbt, verblasst die Farbe. Das Leben erscheint etwas trostlos zu dieser Zeit. Doch lieben wir uns selbst, könnten wir ergründen,  warum dieser Traum gehen musste. Wir würden dadurch lernen und wachsen.

Und wenn wir die Stille annehmen, sie nie als etwas sehen, das uns nie gereicht, dann könnte sie aus unseren Gefühlen etwas zaubern, das wir als stark und reich empfinden könnten und die Welt darf von uns lernen.

Ist Stille zu Besuch, haben wir sie oft selbst eingeladen, um wichtige Entscheidungen treffen zu können, oder sandte das  Schicksal sie? Vielleicht ist es aber auch der Wille eines Menschen, der einen anderen damit in seine Richtung lenken möchte. Das letztere wäre Manipulation. Oft hält die Angst vor Veränderungen den Menschen davon ab, ehrlich sich selbst gegenüber zu sein. Dies ist aber sicherlich keine Option einen anderen deshalb unglücklich sehen zu wollen. Größe ist, wenn ein Mensch sich eingestehen kann, dass wir immer nur uns selbst verändern können, um eine Veränderung herbeizuführen. Diese Veränderung allerdings muss im Gefühl stattfinden, nie im Willen.

(Foto und Text: Jana Goeritz)

„Wer ist anders?“

 

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Heute möchte ich mich einem Thema widmen, mit dem ich selbst einmal zu kämpfen hatte. Das „Anderssein“ in den Augen anderer.

Es gibt Menschen, die diesem Wort wirklich alle Ehre machen. Sie sind Mensch. Sie wissen, dass es Menschen gibt mit den unterschiedlichsten Charakteren und Ansichten und ich glaube, gerade deshalb ist es sehr schwer für mich einen Einstieg zu finden in dieses Thema.

„Anderssein“ dieses Wort habe ich gar keineswegs so wirklich bewusst gewählt, sondern es kam mir gerade in meinen Sinn, doch es gefällt mir in diesem Zusammenhang, über was ich gern schreiben möchte.  Dieses Wort benutzt wohl ein Mensch, oder ein ähnliches, wenn er über einen anderen Menschen spricht oder nachdenkt, der sich anders anfühlt, ausschaut, bewegt, oder lebt, als er selbst. Dabei habe ich in meinem Leben feststellen müssen, „müssen“ weil ich immer mal wieder mit solchen Menschen und ihren Gefühlen oder Gedanken zusammenstoßen musste, das sie selbst anders sind, in dem Maße, in dem sie es den anderen absprechen normal zu sein.

Schon als junge Frau konnte ich dem keineswegs etwas Positives abgewinnen, wenn man anderen Menschen zu Nahe trat, in dem ihnen ihre Selbstliebe oder gar Liebe mit Füßen trat, durch sinnloses und dummes Geschwätz. Da wurden ihre Gefühle zunichte getrampelt, weil sie einen Pickel auf ihrer Nase trugen, weil sie viel zu dürr oder gar viel zu fett ihrer Ansicht nach waren. Weil Menschen Behinderungen hatten, und ich finde dieses Wort „Behinderung“ so absurd.  Warum? Weil ich immer wieder auch Menschen begegne, die die einem „Gesunden“ zeigen, wo seine Behinderung liegt.

Ich bin im Juni letzten Jahres umgezogen, neben mir wohnt eine nette Frau mit ihrem netten Sohn. Sie war zu Anfang sehr zurückhaltend und ich war immer gleich drauf zu. Bis ich bemerkte, ihr Nichtwissen, nicht Fühlen meiner Person gegenüber, auch ihr wohl nicht einschätzen können mir gegenüber, der Grund war. Weil ich ihren Sohn als vollwertigen Menschen annahm von Anfang an, öffnete sie sich mir mehr und mehr. Ich empfinde es als schlimm, das Menschen wohl Angst fühlen, wenn sie sich mit ihrem Kind einem anderen zeigen, weil das Kind einfach nur anders aussieht, anders spricht, sich anders bewegt. Es schmerzt mich etwas, das Wort „anders“ zu gebrauchen, jedoch beruhigt mich meine Seele, das ja wohl jeder Mensch anders ist, von daher fühle ich mich jetzt ruhiger werden.

Warum verhalten sich Menschen so? Weshalb glotzen Menschen einem Rollstuhlfahrer endlos entgegen oder gar hinterher?  Weil sie Mitleid haben? Oder ist es eher Mitgefühl? Doch wie fühlt sich ein Mensch im Rollstuhl, wenn er ständig von oben her betrachtet wird? Wie fühlt sich ein Mensch der mehr Kilos mit sich herumschleppt, wenn er verächtliche Blicke erntet? Wie fühlt sich ein Mensch der in anderen Augen krank erscheint und unglaubliche Blicke erfahren muss?

Ich aus meiner ganz eigenen Erfahrung darf erzählen, das ich noch Anfang 2018 20 kg mehr auf meinem Rippen trug, als ich es heute tue. Nie war ich wirklich zufrieden mit meinem Gewicht, und jede Diät schlug irgendwann fehl. Erst als ich meine Ernährung umstellte, wenig aber weißes Fleisch, Gemüse und so, purzelte etwas Gewicht, doch leider fielen die Kilos erst mit meiner Autoimmunkrankheit, weil ich dann noch einmal einen ganz anderen Essensplan einhielt. Selbst musste ich also erst eine Krankheit erfahren, um mich körperlich und auch gefühlt zu verschlanken. Und das Wort „gefühlt“ schreibe ich keineswegs einfach nur so!

Gefühle spielen da eine so große Rolle und man darf mir ruhig glauben, wenn ich schreibe, das mancher und ich zähle mich da auch dazu, da keineswegs allein herausfinden kann, zumindest anfänglich. Durch meine Dualseele, habe ich gefühlsmäßig erfahren, dass wenn sie Kummer fühlt, ich es auch fühlen kann, wenn ich mich keinesfalls schütze. Ich bekomme Heißhunger auf Süßes oder wenn der andere lernen muss, bekomme ich Hunger auf Herzhaftes. Ich musste also lernen, meine eigenen Gefühle unter Kontrolle zu bringen, um zu erfahren, habe ich Hunger oder der andere. Das hat mit viel Selbstdisziplin zu tun und auch mit Selbstliebe. Mein Satz ist oft gewesen „Ich habe bereits gesund gegessen, ich bin gesättigt.“ Dann löste sich das Gefühl auf.

Keinesfalls erst durch meine eigenen Erfahrungen, sondern auch früher schon, begegnete ich den Menschen freundlich, weil ich immer glaube, wenn jemand zu dünn ist, oder zu viel mit sich herumträgt, das wohl keineswegs selbst so gern hat. Das dahinter immer ein Schicksal steht, das es immer um Liebe geht. Entweder wurde zu viel Liebe in Kindertagen entbehrt oder vielleicht auch umgekehrt, zu viel Liebe erfahren und Menschen fühlen sich eingesperrt oder eingeengt. Das kann nur jeder für sich selbst ehrlich beantworten. Doch gehören wir zu dem Menschenschlag, der sich darüber aufregt, sich amüsiert, sollten wir ehrlicherweise einmal darüber nachdenken, was würde uns danach stören, wenn dies behoben würde? Eine krumme Nase? Die Klamotten? Zu lange oder zu kurze Fingernägel? Es wird sich immer etwas finden, solange ein Mensch unzufrieden ist, der andere so sehen möchte. Und meine Frage ist demnach „Wo ist dieser Mensch „anders“ „?  Vielleicht hat der „andere“ in seinen Augen einen liebenswerten Partner, den er in seinem Leben vermisst? Oder einen guten Job?  Eine tolle Familie? Oder hat und lebt der andere einfach nur Selbstliebe? 

Ich glaube Menschen, die andere verächtlich betrachten, ihr Aussehen infrage stellen wie ich es schon schrieb, das sie große Probleme mit ihrem Selbstwert haben, und sie meinen so, ihren Wert zu erhöhen, in dem sie andere erniedrigen. Doch in meinen Augen geht dies nie auf!  Warum? Weil der erniedrigte seinen Selbstwert kennt und in seiner Selbstliebe bleiben kann!  Er lebt Liebe und wird vielleicht sogar geliebt. Aber genau das fehlt dem anderen wohl. Halleluja.

Mein Wunsch an diese Menschen wäre, ergründet einmal euch selbst ehrlich und respektvoll.  Wenn man sich selbst ehrlich und respektvoll behandelt auch mit Fehlern die man bei sich selbst entdeckt, kann man dies sicher auch anderen gegenüber walten lassen. Wie viel friedlicher wäre unsere Welt im Kleinen, wenn dies gelingen könnte?

(Foto/Bearbeitung: Jana Goeritz)

„Durch Glas geschaut“

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Ich versteckte mich einst, gut bewacht, so schaute ich durch Glas. Aufstehen konnte ich noch nicht, zu viel Gepäck beschwerte mein Leben. Gefühlt, geweint, ausrangiert, keine Lust mehr auf Tränen mit Schmerzen. Ließ los im Stillen, im Ruhen, im Fühlen, lächelnd sah ich dann durch Glas und fühlte meinen Weg vor mir. Mutig stand ich auf, wenn nicht dies, dann doch das, wenn nicht jetzt, dann morgen.  Bewacht? Heute weiß ich es nicht mehr, denn ich fühle eben, ich bin stark.

Das Foto auf dieser Seite wurde von mir 2017 in der Ausstellung „Du bist die Kunst“  gemacht. Diese Ausstellung ist eine Wanderausstellung und ich möchte sie an dieser Stelle einfach einmal empfehlen für Kinder und Erwachsene, die ihr Kind auch noch in sich haben.