Archiv der Kategorie: Orte und Plätze

„Orte und Plätze“ Burgen, Schlösser, Kirche/Dom, Stadtansichten, Natur, Bauwerke, Gedanken und Gefühle,

„Schwanensee und Herzenstief“

 

 

Seit heute Vormittag waren wir im Muldental unterwegs. Mal hier, mal da. Mein Herz erfreute sich vor allem an den wunderschönen Schwänen, die sich auf dem Ententeich in Brandis zeigten. Noch nie habe ich so viele Schwäne auf einem See gesehen wie heute. Von hier aus gingen wir weiter zum Steinbruch, der sich in Form eines Herzens präsentierte. Kurioserweise waren wir an beiden Orten schon mehrmals, doch so viele Schwäne sah ich dort noch nie, doch was mich wirklich etwas nachdenklich stimmte,  die Form des Steinbruchs hatte ich zuvor nie wirklich wahrgenommen.  Achtsamkeit sollte auch mein Begleiter bleiben.

„8 Uhr morgens am Albrechtshainer See“

Heute Morgen habe ich meinen Schatz zur Arbeit gefahren und danach bin ich zum See. Dort angekommen, waren dunkle Wolken über mir, so nahm ich also meinen großen Schirm mit auf den Weg, und als ich gerade einmal wenige Schritte nur gegangen war, begann es auch schon zu regnen. Unsicher, ob ich doch lieber wieder zurück zum Auto sollte, ging ich jedoch auf meinem Weg weiter, vorbei an anderen, welche die gleiche Idee wie ich hatten, aber unter den Bäumen Schutz vor dem Regenguss suchten. Und so wie ich meinen Weg fortsetzte, taten es die Wolken auch, sie zogen irgendwann weiter. So zog ich meinen Schirm wieder zusammen und holte die Knipse dafür raus und habe auch etwas aus der frühmorgendlichen Natur erhaschen können. Begegnungen, Farben, Stille und innere Ruhe.

„Mein Besuch in St. Alexej“

 

„St. Alexej“, das ist die russische orthodoxe Gedächtniskirche in Leipzig.  Sah ich sie früher nur aus der Straßenbahn, nahm ich mir einmal vor, diese Kirche zu besuchen. Warum konnte ich damals gar nicht wirklich sagen? Nur das mich irgendetwas irgendwie dorthin zog und ich sie mir aus nächster Nähe einmal anschauen mochte. 

Aus  meiner vergangenen Zeit, in der ich mich tiefgründig mit mir selbst beschäftigt hatte, konnte ich feststellen, dass sich so manches in meiner Seele angesammelt hatte, was Familienmitglieder an mich herantrugen, an Gesprächen, Gefühlen, Gedanken. So zum Beispiel sah ich als Jugendliche und später auch noch als junge Frau mir immer, wenn es möglich war,  Filme über den Zweiten Weltkrieg an. Irgendwann verfolgte mich das bis in meine Träume, dazu noch die Ängste meiner Mutter, die mir vom Krieg und von ihrer Flucht als 14-Jährige erzählte, oder womöglich sah ich mir die Filme deshalb gerade an, doch es wurde mir  ab einem bestimmten Zeitpunkt alles zu viel, denn ich hörte diese Kriegsbewältigung seit ich denken konnte. Ich lehnte diese Gespräche später ab, doch schenkte ihr immer einmal wieder Lektüre in Form von Dokumentationen oder Tatsachenberichten und damit hatte ich etwas Gutes getan, denn ein Buch hatte ihr gutgetan, weil sie dort lesen konnte, was auch ihr widerfuhr, das hatte sie mich wissen lassen. Doch ich bin zwanzig Jahre nach Kriegsende geboren, wie hätte ich ihr wirklich helfen können?  Und ich gab ihr damals den Anstoß vielleicht, wenn sie sich so damit herumschlagen muss, dies mit einem Therapeuten durchzugehen. Und ja, natürlich  empfand und empfinde ich es heute immer noch als unheimlich verachtende und menschenunwürdige Taten, gelinde ausgedrückt, was Menschen anderen Menschen angetan haben.

So glaube ich auch, dass auf der spirituellen Ebene Gefühle wie Hass, Angst, doch auch Liebe und damit verbundene Aufgaben weiter gegeben werden können, um die Energie des Klärens der alten Gefühle in der eigenen Seele zu bewegen, wenn Eltern oder auch Großeltern dies versäumten, verdrängten oder es die Zeit nie erlaubte, in der sie lebten.

Heute vertraue ich meinem Gefühl, und so glaube ich, das es die Seele meines Großvaters väterlicherseits war, welche mich hier herführen mochte, da mein Großvater im 2. Weltkrieg sein Leben gelassen hatte und das nirgendwo anders in der Welt, als in Russland. Zu gegebener Zeit kam mir dies nicht in den Sinn, und so habe ich mein Leben wieder einmal rückwärts verstehen können.

 

An einem kalten Samstag machten meine bessere Hälfte und ich uns also auf diese Kirche zu besuchen. Dort angekommen stellte ich beim Lesen des Aushangs fest:  zu spät, geschlossen. Etwas verärgert schaute ich drein und  sah jedoch zwei Frauen die Stufen an der Kirche nach oben steigen. „Ob sie nur schauen möchte?“, fragte ich mich und meinen Mann und er sagte, wir gehen ihnen einfach nach. Gerade als wir die letzten Stufen hinauf stiegen, sahen wir die Frauen wieder, und wie eine von ihnen ein Kopftuch aus ihrer Tasche entnahm und wieder fragte ich mich, ob sie sich etwa auf dieses setzten mochte, bei der Kälte auf den Fliesen und warten bis die Kirche morgen früh wieder öffnet? Das dünne Tüchlein bietet keinerlei Wärme und ich wollte wohl gerade etwas an sie herantragen,  just in diesem Moment begann ich auch schon zu lachen. Nein, wollte sie natürlich nicht. Sie band das Tuch um ihren Kopf und ging zur Kirchentür, wo ich ja annahm, das diese bereits geschlossen wäre. Mein Mann erklärte mir, dass eine Kopfbedeckung unabdingbar wäre, so legte ich ein paar schnellere Schritte auf die Fliesen und sprach die Frau an, ob denn wirklich alle eine Kopfbedeckung bräuchten, die diese Kirche besuchen? Sie antwortete sehr freundlich mit russischem Akzent, „Ja.“ Schnell zog ich meinen Schal aus meiner Jacke und fragte noch einmal unsicher nach, ob ich mir diesen denn um meinen Kopf legen könnte? Sie lächelte freundlich und sagte, „In Russland nein, aber in Deutschland wird es wohl nicht ganz so streng genommen werden, weil es eigentlich ein Kopftuch sein müsste, aber ich würde schon eingelassen werden.“ Ich bedankte mich fragte meinen Mann, ob ich trotz Schal um meinen Kopf ordentlich und so zumutbar unter die Leute gehen könnte, was er bejahte und ich wollte ihm glauben.  Also hoffte ich inständig, das diese Kirche nicht allzu voller Menschen wäre, denn es kamen immer mehr nach uns die Stufen nach oben und ja, ich fragte mich, was ich da gelesen hatte im Aushang und hoffte, nicht dieser Kirche verwiesen zu werden.

Mutig trat ich also ein und zeigte mich gleich beim Kauf einer Kerze. Niemand nahm Anstoß an meiner Kopfbedeckung und so entzündete ich meine Kerze, stellte sie zu den anderen, und bestaunte die wunderschönen Heiligenbilder in Gold. Es fühlte sich für mich schön an, in dieser Kirche zu sein. Sie ist sehr klein und ganz anders gehalten als unsere Kirchen, die ich kenne. So stand an einer Seite eine lange Holzbank, doch gesessen hat niemand darauf und in der Mitte ein großer Teller mit den abbrennenden Kerzen, doch ich hatte nur Augen für die Bilder in der Mitte des Kirchenraumes. So konnte ich also für mich festhalten, diese Kirche ist nicht nur im Außen anders, sondern auch ihr inneres birgt eine andere Gestaltung, als unsere Kirchen. Klein, aber sehr fein.

 

„Auf der Suche nach Barbarossa“

 

Heute bewegten wir uns durch den Südharz. Wir besuchten die Barbarossa-Höhle, und bei der Führung erfuhren wir, das sie bereits 300 000 Jahre zählt und im Jahr 1865 entdeckt wurde.  So befanden wir uns, in einer von nur zwei zugänglichen Anhydrit-Höhlen auf der ganzen Welt. Die zweite Höhle liegt im Ural. Anhydrit wandelt sich durch die Luftfeuchtigkeit zu Gips um. Bei der Führung durften wir Grotten und unterirdische Seen bewundern und erfuhren weiter, das eine Grotte nur 12 m unter der Erd-Oberfläche ist, manch andere 40 m. Vor allem in einer Grotte konnten wir die herabhängenden Gipslappen sehr gut erkennen und sie können sogar bis 4 m lang werden.  Des Weiteren beeindruckte mich ein Hohlraum besonders, der „Olymp“ er war 25 m hoch. 

 

Dann ging unsere Tour weiter zum Kyffhäuser. Das ist ein Mittelgebirge und hier besuchten wir erneut das Kyffhäuser Denkmal, das 81 m an Höhe misst.  Unweit davon sahen wir auch die Mittel- und Unterburg, bzw. was davon noch erhalten ist. 

„Die längste ihrer Art“

Weit über der Bode und neben der Rappbode-Talsperre im wunderschönen Harz, schwingt sie und das nicht wenig, in sehr luftiger Höhe. Die 458 m lange Hängebrücke, die längste ihrer Art. Zu Beginn des Begehens machte es mir doch etwas zu schaffen, mit diesen Schwankungen klar zukommen, und dennoch den wunderschönen Blick in den Harz, zu genießen, aber es wurde immer besser. Eine Hängebrücke die wirklich ihrem Namen alle Ehre macht und dazu ein schöner Blick ins Grüne. Einfach einmal ausprobieren.

„Die Burg Rabenstein“

Darf ich vorstellen? Das ist die Burg Rabenstein. Sie ist die kleinste Burg Sachsens. Mir war, als hätte ich sie einfach so in meiner Handtasche (die ist etwas größer 😉 ) unterbringen können. Demzufolge gab es hier natürlich nicht allzu viel zu entdecken, und es war auch nur ein kurzer Besuch, dennoch hat die Burg mir irgendwie gefallen, so auf dem Felsen im Grün. Zwei Räume und ein winziges Dachgeschoss im Turm, dafür aber Treppen über Treppen.  An diesem Tag besuchten wir jedoch noch anderes und sie lag mit auf unserer vorgesehenen Route. Die Burg liegt in der Nähe von Chemnitz.

„Klein China in Weißensee“

 

Wow! Der chinesische Garten der Stadt Weißensee, ich finde ihn klein, aber sehr fein. Und es nennt sich nun einmal Garten und nicht Park. Er ist total schön angelegt. Hier konnten wir chinesische Pavillons entdecken, in denen man verweilen und innere Einkehr halten kann. Einige der Pavillons waren mit Fensterglas versehen und man konnte innen sitzen und den Garten bestaunen und innehalten, andere wieder waren offen und in denen waren die Sitze der Bänke nach innen gerichtet. Diese Philosophie gefiel mir. Der Garten war mit so viel Liebe angelegt, die Pavillons, auch zwei Wasserfälle, ein kleinerer und ein größerer Teich, auf dem man in einem offenen Pavillon verweilen kann. Was mir noch gut gefiel, war eine kleine Brücke mit so winzigen Stufen. Es war etwas schwierig darüber zu gehen, denn ich musste laaaaaaangsam gehen. Genial. Obwohl ich keine Ahnung hatte, ob diese Stufen wirklich zum Steigen einladen sollten, da sie sehr winzig waren. Aber ich mochte mir diese Empfindung der Achtsamkeit selbst ins Gefühl holen. Schlussendlich empfand ich es als schade, das der Garten etwas klein gehalten war, aber auf jeden Fall einen Besuch wert, wie ich finde. Thüringen, einmal anders erleben, hier ist es möglich.

„Besondere Orte im Harz“

Die Sandhöhlen

 

Diese für mich zumindest beeindruckenden großen Sandhöhlen sind ein Naturdenkmal und befinden sich tatsächlich im schönen Harz. „Große“ Sandhöhlen schreibe ich, weil es auch die kleinen Sandhöhlen unweit der großen gibt.  Unterhalb, der Burg Regenstein, die mich ebenso in ihren Bann zog, fanden wir über einen Waldweg dorthin und wir staunten. Zuerst hielt ich inne und traute mich kaum in diese Stätte, doch dies änderte sich.  Es ist wohl keineswegs belegt, aber man geht davon aus, das es sich hier um eine Versammlungsstätte der alten Germanen handelt,  auch Thingplatz genannt. Selbst finde ich es sehr sehenswert und empfand es auch als Kraftort.

 

Die Teufelsmauer

Die Teufelsmauer, eine Sandsteinformation die mich schon als junge Frau ansprach.  Auch sie ist im schönen Harz zu bestaunen und diese Fotos nahm ich in der Nähe von Weddersleben auf.  Fährt man durch den Harz kann man in mancher Gegend die Sandsteine auch von der Straße aus sehen, ich finde es mystisch. An der Teufelsmauer selbst kann man auch entlang wandern.  Glaubt man an Sagen, gibt es eine wunderschöne Beschreibung für die diese Felsformationen und die lautet ungefähr so …

Gott hatte den Harz erschaffen und der Teufel wollte auch seinen Teil und sie stritten darum. Gott gab dem Teufel zu verstehen, wenn er eine Mauer um das Land ziehen kann, was er möchte, allerdings nur bis zum ersten Hahnenschrei, gehört das Land ihm. Der Teufel machte sich an sein Werk und erbaute die Mauer. In der Nacht ging eine Frau mit ihrem Korb, den sie auf ihrem Rücken trug und in dem ein Hahn war, die Wege entlang, sie wollte am frühen Morgen pünktlich auf dem Markt sein und der Weg war weit. Irgendwann in der Nacht beim Gehen stolperte sie und der Hahn krähte. Der Teufel war verärgert, weil er fast die Mauer fertig hatte, und riss vor Wut einige Teile seiner Mauer wieder ein. 

Das, was nun noch von der Mauer bestaunt werden darf, ist übrig geblieben aus jener Nacht. 😉

 

 

 

„Belebtes Kloster“

„Belebtes Kloster“ das findet man in Memleben. Bereits im 12. Jahrhundert erbaut und heute noch beherbergt es Leben, auch wenn die alten Mauern nicht mehr vollständig erhalten sind. Ich glaube, für jemanden der sich für Klöster oder von dem was noch übrig ist, und wie dies im heute genutzt wird, interessiert, ist Memleben ein Muss. Auch die Überreste der Marienkirche aus dem 13. Jahrhundert konnte ich noch sehen, allerdings mit viel Grün drumherum. Doch was mich wirklich energetisch bewegt hatte, war die Krypta des Klosters. Ich konnte mir keinen Reim darauf machen, aber es war eine positive Energie dort zu fühlen. Viel später erfuhr ich, das dort Gottesdienste abgehalten werden, Andachten und ähnliches.

Auch eine Ausstellung kann man hier besuchen. Hier konnte ich nicht nur lesen, hören und schauen, sondern auch ausprobieren, so zum Beispiel an die Riesenwaage. Frisch machte ich mich ans Werk und legte ein von mir ausgesuchtes Vergehen, welches auf einer der Hinweistafeln beschrieben stand, in eine Waagschale. In die andere Waagschale legte ich die Klötzer hinein, die für die Buße zuständig gewesen wären. Nicht nur mein Mann, auch andere Besucher schauten neugierig was ich da tat und ich habe ein wenig Freude in die Ausstellung gezaubert, die jedoch sehr interessant für mich war.  Für mich war dieser Klosterbesuch sehenswert.

Mich inspirierte dieser Besuch und ich wählte unter anderem ein Foto aus diesem Klosterbesuch als Cover für mein Gedichtsbuch „Wenn es spricht“  aber schrieb auch u.a. über die Krypta einige Zeilen darin.

„An der Silberstraße“

 

Entlang der  Silberstraße im schönen Erzgebirge führte uns unser Weg nach Freiberg zum Dom St. Marien. Schön empfand ich dieses Gotteshaus. Vor allem die beiden Silbermannorgeln. So stieg ich einige Stufen nach oben und durfte so  die Orgel aus nächster Nähe bestaunen. Sehr berührt hat mich die wunderschöne und atemberaubende Begräbniskapelle im Dom.  Ebenso das berühmte goldene Tor, es empfand ich auch als sehr sehenswert. Was ich auch hier, wie bereits im Magdeburger Dom sah, waren die klugen und törichten Jungfrauen. Ich finde diesen Dom sehr sehenswert und er ist auf jeden Fall eine Reise wert, ist man schon einmal im Erzgebirge unterwegs.

„St. Mauritius und Katharina“

 

 

 

Auf der langen Straße der Romanik, dürfen wir so vieles entdecken. Darunter auch den ersten gotischen Dom,  der auf deutschen Boden erbaut wurde und das war bereits  anno 1209 und dabei handelt es sich um den Magdeburger Dom St. Mauritius und Katharina. Beeindruckt hat mich hier die Paradiesvorhalle, die die klugen, wie auch die törichten Jungfrauen zeigt. Instinktiv sah ich zuerst zu den klugen auf, blickte dann zu den törichten, doch meine Seele zog mich wieder zu den klugen. Mein Gefühl aber erzählte mir auch noch zum Herrscherpaar im Pavillon. Als ich näher herantrat entdeckte ich die Buchstaben B an der linken und J an der rechten Seite. Mich erinnerte das sofort an die Buchstaben auf der Tarotkarte „Die Hohepriesterin“ hier finden sich auch die Buchstaben von Boas und Jachin wieder, dies sind ja die beiden Namen der Säulen im Tempel Jerusalem. Und mein Gefühl stieß mich auch noch darauf, das es ja die Anfangsbuchstaben meines und des meines Seelengefährten sind und etwas fühlte sich so an, das die Gefühle stark und gefestigt sein müssen. Obwohl ich oft mit Tarot arbeite, habe ich es erst hier gespiegelt bekommen. Aber mitunter ist es ja so, steckt man selbst mittendrin, kann man es womöglich nicht vollständig wahrnehmen, das braucht Zeit und wohl manches Zeichen zweimal. Ja so viel dazu.

Was mir noch gefiel, war die schöne Deckenmalerei in der Kapelle, diese jedoch nicht begehbar war. Der Lettner wurde bei unserem Besuch gerade restauriert, dafür besichtigten wir noch den Kreuzgang und den Domgarten. Was mir auch auffiel, im Dom gab es zwei Orgeln zu sehen und weiterhin wäre noch zu erwähnen Otto der Große liegt hier zur Ruhe gebettet. Für mich ein interessanter und bedeutsamer Besuch.

„Ein heilendes Gefühl in mir“

 

 

Der Zwickauer Dom St. Marien misst stolze 88 m und ist bereits im 12. Jahrhundert erbaut. Sehenswert empfand ich den sechsflügeligen Altar.  Für mich war dieser Besuch verbunden mit einer Prüfung meiner Gefühle, so habe ich es empfunden, denn  im Mai 2018 erhielt ich eine Diagnose und zwischen zwei Krankenhausaufenthalten besuchte ich mit meinem Mann gemeinsam den Zwickauer Dom.  Meine Gefühle haben mich geleitet, denn zum Gebet hätte ich keine Kirche aufsuchen müssen, oder wenn doch, dann wohl in der näheren Umgebung. Wie oft hielt ich in einer der Holzreihen inne und betete das Vaterunser. Danach ging ich langsam durch diese heilige Halle und meine Gedanken schwirrten angstvoll um mich, so hatte ich sehr oft Tränen in den Augen.  Mein Mann machte mich darauf aufmerksam, dass es eine Zettelbox gäbe und in diese dürfte man einen Zettel legen, auf dem man eine Bitte, ein Anliegen schreiben könne und es würde bei einem der nächsten Gottesdienste vorgelesen und ins Gebet mit eingebunden. So fühlte ich, dies müsse ich für mich tun, aber auch mein Mann hat es für mich genutzt, das empfand ich auch als sehr liebevoll und war ihm dankbar. Als ich weiter schaute, sah ich Hiob und für meine Tränen gab es nun kein Halten mehr. Nun fühlte ich, deshalb führte mich mein Gefühl hierher, Hiob sah ich in noch keinem Gotteshaus stehen, das ich bisher besuchte. Meine Hiobsbotschaft hatte ich bereits erhalten, nur ging es für mich nun darum, damit irgendwie Frieden zu schließen, eine Veränderung herbeizuführen, es schien unabänderlich zu sein und wie ich mich mit der Geschichte Hiob auseinandersetzte, wusste ich um meine Prüfung. Hiob, ein gerechter, gläubiger Mann hatte dem Bösem entsagt und bewies, dass er gläubig blieb, als er seine Prüfung  durchlief. Selbst zürnte ich auch nie mit Gott, auch nie mit meinem Schicksal. Jedoch bat ich um göttliche Unterstützung mehr in dieser Zeit.   Für mich war dieser Besuch im Gefühl heilsam,  denn er schenkte mir Kraft und Mut an mich zu glauben, mehr denn je und so schaffte ich es auch, diese Veränderung positiv zu meistern, ob es auch körperlich einmal gänzlich wieder gelingen wird,  das weiß nur Gott allein. Einen Fortschritt durfte ich bereits tun, es müsste es nur noch besser werden oder wenigstens so bleiben dürfen. Gebet Vaterunser, …. .

Ein Jahr später las ich das Buch von Teresa Ávila „Die innere Burg.“ Dieses Buch ist für mich ein Meisterwerk! Hier fand ich beschrieben einen Weg, den ich bereits viele Jahre schon zuvor angefangen und es ist unwahrscheinlich heilsam lesen zu dürfen, was ich großes noch erwarten könnte, beschreite ich diesen Weg unaufhaltsam weiter.

„Ja, eigentlich …“

 

Im Juni vor 6 Jahren mochte ich ein altes Rittergut besuchen. Es lag etwa 25 km von meinem zu Hause entfernt. Im Ort angekommen fand ich das Gut nicht gleich und parkte an einer Straße das Auto ab, unweit der Kirche. Dafür das es doch ein beschauliches Örtchen war, war ganz schön Trubel auf der Straße und ich wunderte mich, wieso ich das Rittergut nicht finden kann. Aus dem Auto ausgestiegen, fragte ich einfach nach, es waren ja genug Menschen unterwegs, wie ich zum Gut finden könnte und bekam zur Antwort „Wir feiern heute Dorffest, kommen sie doch einfach erst einmal mit in unsere Kirche.“ 

Nun gut, eigentlich mochte ich ja ganz woanders hin, und das Wort „eigentlich“ benutze ich hier ganz bewusst. Da ich zwar keine konsequente Kirchgängerin war und auch bin, zumindest was einen Gottesdienst anbelangt, nur ab und an, besuche ich dennoch sehr gern Gotteshäuser meist zu anderen Zeiten um zu schauen, zu beten und  innezuhalten.

Jedoch die Frau kam mir so freundlich entgegen, dass ich diese Einladung kurzerhand annahm und ihr auf dem Fuße folgte. Von außen war die Dorfkirche eher unspektakulär für meine Begriffe, doch was sich in ihrem inneren zeigte, empfand ich als beeindruckend schön. Eine wohl sehr alte verzierte Holzdecke und dazu eine wunderschöne Empore auf der sich die ebenso sehenswerte Orgel befand. Ich kam aus dem Staunen fast nicht mehr heraus und fühlte mich total wohl und in mir zu Hause.

Als ich dort ein klein wenig verweilt hatte, und auch einem Orgelspiel lauschen durfte, fragte ich noch einmal nach dem Weg zum Rittergut und es war als hätte nur ein Schleier auf das Gut verhangen, denn dort hatte ich auch zuvor geschaut, aber anscheinend mochte etwas, das ich dieses Gotteshaus zu sehen bekommen und dafür bin ich heute noch dankbar, da es mir so sehr gefallen hat. Ich erinnere mich gern daran zurück.

„Du bist die Kunst“

„Du bist die Kunst“ eine Wanderausstellung, die man mindestens zu zweit besuchen sollte, damit sie in guter Erinnerung bleiben kann und es ist außerdem auch lustig. Unser letzter Besuch ist auch schon wieder über drei Jahre her.

 

 

„St.Cyriakus, ich weilte in dir“

 

 

Oft schon fahren wir in den Harz, er bietet eine wunderschöne Landschaft. Aber das ist längst nicht alles. Und so war es einmal wieder so weit. Wir begaben uns dorthin und wollten eigentlich nach Halberstadt, nach dem wir den Besuch auf der Roseburg beendet hatten, die übrigens auch eine Reise wert ist. Doch ein sehr langer Stau zuvor und später noch eine längere Umleitung, ließen uns davon absehen. In dem kleinen Café der Roseburg,  bekamen wir einen wunderbaren Tipp, was wir uns in dieser Gegend noch anschauen sollten. Hier machte man uns darauf aufmerksam, die Kirche St.Cyriakus in Gernrode doch einmal zu besuchen und so war es, das wir zehn Minuten zuvor noch nicht wussten, was wir gleich Großes entdecken dürften.

Ich war beeindruckt allein schon beim Ankommen von diesem riesen ottonischen Kirchenbauwerk. Als ich das Gotteshaus betrat, staunte ich leise. Diese Kirche wurde 961 das erste Mal erwähnt und ist heute noch ein Ort der Einkehr. Bewundert habe ich vieles darin. So fand ich das Chorhaus sehr sehenswert, ebenso die Gestaltung des Altares mit seiner unglaublich wunderschönen Wandmalerei, das heilige Grab, das wohl nördlich der Alpen die älteste Nachbildung des Grabes Christi in Jerusalem ist. Auch der Kreuzgang und die schöne Deckengestaltung, genau so wie die schöne Orgel dieser Kirche ließen mich ins Schwärmen geraten.

Diese Kirche ist auf jeden Fall eine Reise wert, ich finde sie wunderschön und bin dankbar für das freundliche darauf aufmerksam machen.