Archiv der Kategorie: Spirituelles

„Spirituelles“ Begegnungen z. B. in der Natur, Foto, Gefühle,

„SeelenWeihnacht“

Klappentext:

Dieses vorweihnachtliche Buch erzählt von einer friedvollen Reise durch den Advent, mit liebenswerten, auch berührenden Geschichten, sowie kleineren Versen zur Weihnachtzeit. Stimmungsvolle Bilder runden dieses Buch ab und verschönern so, das Warten bis zum Weihnachtsfest.

Zwei Leseproben, sowie Fotos im Buch und mehr zum Buch gern unter http://buchkaleidoskop.reikipraxis-goeritz.de/15.html

„Himmelblau und Sonnenreich“


Eine kleine Libelle

Eine kleine Libelle sitzt auf einem harten Stein und schaut auf das Wasser. Gern würde sie fliegen mit all den anderen,
welche um sie fröhlich tanzen. Sie müsste nur ihre Flügel breiten und sich erheben vom grauen Stein hinauf in die Sommerluft. Doch so recht schafft sie es noch nicht. Obwohl sie voller Neugier so gern die Welt erkunden würde, welche ihr sehr groß erscheint und ja, auch ein wenig Angst einflößt, bleibt sie jedoch noch auf dem grauen Stein vorm Wasser. Gern schaut sie den anderen zu, doch noch lieber würde sie auch selbst fliegen und das Wasser, die Gräser, andere Insekten und die Lüfte erkunden, denn sie hat ja alles bei sich das sie braucht, um ihre Reise zu beginnen und zu einem wunderbaren Erlebnis werden zu lassen. Ihre Augen sind groß, ihr Flugapparat besonders und sie hat ihre Fühler, einen Mund und was kann schon geschehen, wenn sie die Angst besiegt und ins Vertrauen kommt. Viel! Denn ihre Reise wird beginnen! Eine Reise hinein ins bunte Leben und der graue Stein am Wasser wäre dann nur noch Erinnerung, vielleicht aber auch mal ein Stopp, wenn sie wieder hier herkäme, um sich auf dem Stein, den die Sonne wärmt auszuruhen, um dann wieder in die Welt zu fliegen.
„Nun komm doch! Trau dich endlich!“ rufen ihre Artgenossen ihr zu und sehnsüchtig schaut sie auf ihre Flugkünste. Wie kleine bunte Propeller jagen sie über Wasser und über bunte Blumen.
„Wenn ich mich doch nur trauen würde“, sagt sie zu sich und bewegt langsam einen ihrer Flügel. Dann den zweiten.
Danach breitet sie beide Flügel aus und sie fühlt sich besser. Sie erhebt sich in die Luft und auf einmal ist sie mitten drin zwischen all den anderen bunten Propellern, welche sie noch vom Stein aus beobachtet hatte. „Ich fliege! Ich fliege!“ ruft sie fröhlich den anderen zu und erfreut sich an ihrem Sein.

Weiteres zum Buch gern unter http://buchkaleidoskop.reikipraxis-goeritz.de/83.html

„Wechselburg- innere Einkehr“

 

An der Zwickauer Mulde gelegen liegt der Ort Wechselburg mitten in Sachsen. Hier kann der Besucher einen Ort der inneren Einkehr finden. Das Kloster Wechselburg mit Basilika. Die Basilika hat einen für meine Begriffe sehr schönen Lettner, er ist verziert mit Sandsteinfiguren. Gebaut wurde die Basilika um 1156. Umgeben ist das Kloster mit einem Park, der auch alten Baumbestand hat. Nach unserem Innehalten in der Basilika, welche wir schon zum zweiten Mal besuchten, spazierten wir gemütlich über die angelegten Wege des Parks.

„Eine Wasserperle des Nachts“

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Blaues Meer mit großen Tiefen, Wellenberge füllten dich und mit der Flut kamen alte Steine wieder zurück ans Licht. Auf gelben Sand erwachten sie, doch welcher Weg war nun erwählt? Der Zeiger der Zeit hauchte in manchen Augenblicken, so manchen Träumen, Leben ein. Gedanken fielen so zum Boden, versanken in den Wogen, die zum Ufer gerade rollten. Gefühle versteckten, verbargen Leben, das keine Liebe zu leben schien. Und am Strand erwachte die Nacht, das Licht im Dunkel leise tönte. Die Steine jedoch zeigten nur Tropfen, die das Nachtlicht erstrahlen ließ. Der Weg wird neu! Das Licht wird groß! Die Liebe ist kein Los, sie ist der Wahrheit Herzenskraft und lenkt im Leben alles. Blaues Meer der Ewigkeit, was birgst du noch an Steinen? Wellenberge laufen aus bis zum gelben Ufer, bringen mit, alles was nur Lose ist. Er gibt auf, er schwimmt vielleicht? Sie ist auf dem Weg zu sich zurück.

„Klosterruine Marienthron und Katharina von Bora“

 

Die Klosterruine Nimbschen, unweit von Grimma, einer Kleinstadt in Sachsen. Hier weilte einst Katharina von Bora von 1509 bis 1523. Das Kloster aber wurde bereits 1243 schon erbaut. Die Überreste des Klosters kann man noch besichtigen.

„Ein Traum aus Barock“

 

Wenn von außen auch unspektakulär, von innen ein Traum aus Barock. Kein Gold erwartete uns, dafür u.a. viele wunderschöne Stuckarbeiten. Die italienischen Stuckateure hatten seiner Zeit, also 1679 bis 1692 (habe ich beim Rundgang in der Kirche erfragt) ihre Arbeiten phänomenal gemacht. Für mich? Ein Traum! Und nicht nur das, sondern auch die Gemäldemalerei an der Decke unbeschreiblich schön. So erkundeten wir dieses Prunkstück bis unter die Decke auf zwei Emporen und nahmen zum Ende unseres Besuches in der ersten Reihe Platz zum Innehalten. Wo man diese schöne Kirche findet? Im thüringischen Eisenberg.

„Der älteste Backsteinbau Norddeutschlands. Kloster Jerichow.“

 

Das Kloster Jerichow. Für mich, die sich gern Klöster und Kirchen zu Gemüte führt, wenn auch nicht unbedingt immer architektonisch interessiert, empfand ich doch diesen Bau als ein imposantes romanisches Bauwerk mit gotischen Aspekten. Des Weiteren ist dieser Backsteinbau der älteste in Norddeutschland und im Jahre 1144 erbaut. Große Säulen fanden sich in der Stiftskirche, und wie sehr oft in Kirchen, nahm ich auch hier auf einen der Stühle Platz zum Innehalten. So gingen wir noch den Kreuzgang entlang, keine Ahnung warum, aber Kreuzgänge haben etwas für sich, meine ich. Vielleicht, weil hier noch uraltes Wissen für Lösungen verhaftet ist? Wir sahen auch kapellenartige Räume und den Klostergarten, der mit allerlei netten Arrangements versehen war.  Einen Klosterladen und auch ein Café kann man, wenn man denn möchte hier besuchen.

„Ein König unter den Seen“

Der Königssee, ein Naturidyll vom Feinsten.  Kraft schenkende Natur. Im großen Foto sieht man „Die schlafende Hexe.“ Dieser Formation hatte meine volle Aufmerksamkeit und wir fuhren einige Tage später sie besuchen, denn ich mochte sie unbedingt aus der Nähe sehen.

 

 

Und hier kommt sie noch einmal nah. „Die schlafende Hexe.“ Hierzu gibt es verschiedene Sagen, diese ich auf … https://bgl.wiki/bgl/Schlafende_Hexe … gefunden habe.

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Hexe und das Christentum

Diese Sage handelt von einer Hexe, die hier vor über tausend Jahren lebte. Da sie Menschen und die Christen nicht mochte, zog sie sich in die Einsamkeit ins Gebirge zurück. Um den Einzug des Christentums in das Berchtesgadener Land zu verhindern, bot sie den Gläubigen, die über Hallthurm ins Land kamen, vergiftete Getränke an oder rollte vom Gebirge Felsen auf die Wanderer. So tat sie es auch, als der Gottesmann Martinus unterwegs ins Berchtesgadener Land war. Martinus hörte die auf ihn zu rollenden Steine und konnte beide Male ausweichen. Daraufhin hielt der Gottesmann der Hexe sein Kreuz entgegen, wodurch sie sofort in einem lauten Getöse zu Stein verwandelt wurde.

Hässliche Kräuterhexe

Eine weitere Sage spricht von einer hässlichen Kräuterhexe, die in einer komischen Umgebung hauste. Die Hexe wurde von anderen verachtet und dadurch sehr böse. Auf die Bemühung des Heiligen Martinus sie zu besänftigen, reagierte die Hexe mit einem Tötungsversuch. Zur Strafe verwandelte der Heilige die Hexe in Stein.

Fleißige Magd

Eine tüchtige alte Magd hatte nach dem Tod des alten Bauern oft Streit mit dem Erben, einem angeberischen Jungbauern, da dieser die alte Frau oft stark antrieb. Als er dies an einem heißen Tag wieder tat, legte sich die Magd zur Ruhe und entgegnete dem schimpfenden Bauern „Leck mich am Arsch, ich schlafe jetzt.“. Seitdem schläft sie dort.

 

 

„Es war der Eingang zur Wort-Gotteskapelle“

In dieser heiligen Halle fühlte ich eine sehr schöne Energie. Beeindruckend fand ich die Orgel, welche mit Engeln verziert hoch oben thronte. Aber auch die kleinen aufklappbaren Altäre. Es gab so viel zu entdecken. So gingen wir vorbei an der
Fürstengruft mit alten Särgen hinab in die Krypta. Entlang dem Kreuzgang kamen wir noch in die Michaeliskappelle und die Wort-Gotteskapelle, hier berührte mich das geschriebene Wort auf der Eingangstür.

„Am Anfang war das Wort  und das Wort war bei Gott und Gott war das Wort. Dasselbe war im Anfang bei Gott. Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht. Und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist. In ihm war das Leben und das Leben war das Licht des Menschen und das Licht scheint in der Finsternis und die Finsternis hats nicht ergriffen.“

Weiter sahen wir noch den Merseburger Domschatz, das Kapitelhaus und den Kapitelhausgarten, hoch über der Saale (Fluss). Hier zog mich das Ausstellungsstück „Merseburger Zaubersprüche“ an und als wir zurück im Hauptschiff waren, hielten wir auf einer der  vielen Bänke inne und nach meinem Gebet hörte ich in mich hinein und konnte das Phänomen der Zaubersprüche so für mich lösen.

Nach unserem langen Dom Besuch, der mir persönlich sehr gut gefallen hat, besuchten wir auch noch das angrenzende große Schloss Merseburg.
Hier allerdings hielten wir uns nicht allzu lange auf. Meine Hoffnung das ich vielleicht noch einen Eindruck erhalten könnte, wie man dort einst lebte wurde nicht erfüllt.
Dafür warteten viele Ausstellungen mit großen und zahlreichen Schrifttafeln und fast genau so vielen Ausstellungsstücken auf. Es begann mit einer Ausstellung zum Krieg, führte uns zur Ausstellung zu Glasperlen aus den letzten Jahrhunderten und endete mit einer über Bischöfe, wer und wann gelebt hatte. Für mich empfand ich jedoch den Dom als sehenswert.

 

 

 

 

„Schau doch mal!“

Wieder einmal war es eine Reise, dessen Ziel wir nicht erreichten, dafür aber,  erstaunlich anderes. Auf der Autobahn unterwegs und ein großer Stau vor uns.
Ich schaute mir die Gegend so aus dem Auto an, Zeit genug war ja. Rechter Hand erblickte ich unweit eine höhere Erhebung. Es sah wunderschön aus, die gelbe Farbe des Rapses, blühenden Bäumchen am Hang, das erste Grün. „Schau doch mal!“ meinte ich, wollen wir vielleicht bei der nächsten Abfahrt runter und uns dort einmal umschauen? Denn auf dieser Erhebung konnte ich noch ein altes Gemäuer wahrnehmen, es zog mich in seinen Bann. Also ließen wir den Stau beiseite und fuhren zu dieser Erhebung, die sich Petersberg nennt. Dieser liegt 250 m ü NN und bot uns eine schöne Rundumsicht ins weitläufige Gelände.  Das Gestein, aus dem der Berg besteht, wird als Rhyolit bezeichnet.

Wer interessiert ist, auch an Heilwirkungen der Steine hier gern einige Anmerkungen dazu. Gefunden habe ich sie auf http://www.ruebe-zahl.de/ryolith.htm.

Psychische Wirkung
Der Rhyolith soll das vegetative mit dem bewussten Nervensystem verbinden. Dadurch soll uns bewusster werden, dass das wir nicht nur körperliche, sondern auch seelische Bedürfnisse haben und diese harmonisieren sollten.
Körperliche Wirkung
Wirkt gut auf alle Organe, die durch das vegetative Nervensystem gesteuert werden. Verdauung, Herzschlag, Drüsen, die Hormonbildung soll harmonisiert werden. Soll gut bei Entzündungen sein.

Wir parkten ab und gingen per Pedes durch die erblühende Natur den Berg hinauf. Oben angekommen war ich erstaunt. Nun sah ich ganz genau, was ich von der Autobahn aus, auf der Erhebung wahrgenommen hatte.
Es war die alte Stiftskirche St. Petrus bzw. was davon noch übrig war.  Eine  schmale Öffnung an der Seite der Kirche, an der die Tür fehlte, führte ins Innere.  Mich beeindruckten die alten Säulen in der Kirche und der aufgestellte Gedenk-Altar, an dem bereits Kerzen brannten und wir stellten noch zwei dazu. Wieder an der frischen Luft sahen wir noch die Überreste alter Mauern und ich machte mir so meine Gedanken und versuchte in mein Gefühl zu bekommen, wie es sich wohl anfühlen würde, immer hier oben zu leben und die schöne Landschaft rundherum genießen zu können. Da erblickte ich eine Nonne, denn heute ist dort ein Kloster. Mir kam es im Nachhinein so vor, als wollte mir etwas sagen, „Wenn du hier leben möchtest, dann nur als Nonne.“

Beim Hinunterlaufen zum Auto entdeckten wir noch einen Aussichtsturm auf dem Berg, eine Sommerrodelbahn und einen Tierpark. Am Fuße der Erhebung setzten wir uns in ein Freicafé und lauschten gemeinsam unseren Gefühlen und genossen unseren Kaffee bei wunderbarem Sonnenschein.

„Schwanensee und Herzenstief“

 

 

Seit heute Vormittag waren wir im Muldental unterwegs. Mal hier, mal da. Mein Herz erfreute sich vor allem an den wunderschönen Schwänen, die sich auf dem Ententeich in Brandis zeigten. Noch nie habe ich so viele Schwäne auf einem See gesehen wie heute. Von hier aus gingen wir weiter zum Steinbruch, der sich in Form eines Herzens präsentierte. Kurioserweise waren wir an beiden Orten schon mehrmals, doch so viele Schwäne sah ich dort noch nie, doch was mich wirklich etwas nachdenklich stimmte,  die Form des Steinbruchs hatte ich zuvor nie wirklich wahrgenommen.  Achtsamkeit sollte auch mein Begleiter bleiben.

„Mein Besuch in St. Alexej“

 

„St. Alexej“, das ist die russische orthodoxe Gedächtniskirche in Leipzig.  Sah ich sie früher nur aus der Straßenbahn, nahm ich mir einmal vor, diese Kirche zu besuchen. Warum konnte ich damals gar nicht wirklich sagen? Nur das mich irgendetwas irgendwie dorthin zog und ich sie mir aus nächster Nähe einmal anschauen mochte. 

Aus  meiner vergangenen Zeit, in der ich mich tiefgründig mit mir selbst beschäftigt hatte, konnte ich feststellen, dass sich so manches in meiner Seele angesammelt hatte, was Familienmitglieder an mich herantrugen, an Gesprächen, Gefühlen, Gedanken. So zum Beispiel sah ich als Jugendliche und später auch noch als junge Frau mir immer, wenn es möglich war,  Filme über den Zweiten Weltkrieg an. Irgendwann verfolgte mich das bis in meine Träume, dazu noch die Ängste meiner Mutter, die mir vom Krieg und von ihrer Flucht als 14-Jährige erzählte, oder womöglich sah ich mir die Filme deshalb gerade an, doch es wurde mir  ab einem bestimmten Zeitpunkt alles zu viel, denn ich hörte diese Kriegsbewältigung seit ich denken konnte. Ich lehnte diese Gespräche später ab, doch schenkte ihr immer einmal wieder Lektüre in Form von Dokumentationen oder Tatsachenberichten und damit hatte ich etwas Gutes getan, denn ein Buch hatte ihr gutgetan, weil sie dort lesen konnte, was auch ihr widerfuhr, das hatte sie mich wissen lassen. Doch ich bin zwanzig Jahre nach Kriegsende geboren, wie hätte ich ihr wirklich helfen können?  Und ich gab ihr damals den Anstoß vielleicht, wenn sie sich so damit herumschlagen muss, dies mit einem Therapeuten durchzugehen. Und ja, natürlich  empfand und empfinde ich es heute immer noch als unheimlich verachtende und menschenunwürdige Taten, gelinde ausgedrückt, was Menschen anderen Menschen angetan haben.

So glaube ich auch, dass auf der spirituellen Ebene Gefühle wie Hass, Angst, doch auch Liebe und damit verbundene Aufgaben weiter gegeben werden können, um die Energie des Klärens der alten Gefühle in der eigenen Seele zu bewegen, wenn Eltern oder auch Großeltern dies versäumten, verdrängten oder es die Zeit nie erlaubte, in der sie lebten.

Heute vertraue ich meinem Gefühl, und so glaube ich, das es die Seele meines Großvaters väterlicherseits war, welche mich hier herführen mochte, da mein Großvater im 2. Weltkrieg sein Leben gelassen hatte und das nirgendwo anders in der Welt, als in Russland. Zu gegebener Zeit kam mir dies nicht in den Sinn, und so habe ich mein Leben wieder einmal rückwärts verstehen können.

 

An einem kalten Samstag machten meine bessere Hälfte und ich uns also auf diese Kirche zu besuchen. Dort angekommen stellte ich beim Lesen des Aushangs fest:  zu spät, geschlossen. Etwas verärgert schaute ich drein und  sah jedoch zwei Frauen die Stufen an der Kirche nach oben steigen. „Ob sie nur schauen möchte?“, fragte ich mich und meinen Mann und er sagte, wir gehen ihnen einfach nach. Gerade als wir die letzten Stufen hinauf stiegen, sahen wir die Frauen wieder, und wie eine von ihnen ein Kopftuch aus ihrer Tasche entnahm und wieder fragte ich mich, ob sie sich etwa auf dieses setzten mochte, bei der Kälte auf den Fliesen und warten bis die Kirche morgen früh wieder öffnet? Das dünne Tüchlein bietet keinerlei Wärme und ich wollte wohl gerade etwas an sie herantragen,  just in diesem Moment begann ich auch schon zu lachen. Nein, wollte sie natürlich nicht. Sie band das Tuch um ihren Kopf und ging zur Kirchentür, wo ich ja annahm, das diese bereits geschlossen wäre. Mein Mann erklärte mir, dass eine Kopfbedeckung unabdingbar wäre, so legte ich ein paar schnellere Schritte auf die Fliesen und sprach die Frau an, ob denn wirklich alle eine Kopfbedeckung bräuchten, die diese Kirche besuchen? Sie antwortete sehr freundlich mit russischem Akzent, „Ja.“ Schnell zog ich meinen Schal aus meiner Jacke und fragte noch einmal unsicher nach, ob ich mir diesen denn um meinen Kopf legen könnte? Sie lächelte freundlich und sagte, „In Russland nein, aber in Deutschland wird es wohl nicht ganz so streng genommen werden, weil es eigentlich ein Kopftuch sein müsste, aber ich würde schon eingelassen werden.“ Ich bedankte mich fragte meinen Mann, ob ich trotz Schal um meinen Kopf ordentlich und so zumutbar unter die Leute gehen könnte, was er bejahte und ich wollte ihm glauben.  Also hoffte ich inständig, das diese Kirche nicht allzu voller Menschen wäre, denn es kamen immer mehr nach uns die Stufen nach oben und ja, ich fragte mich, was ich da gelesen hatte im Aushang und hoffte, nicht dieser Kirche verwiesen zu werden.

Mutig trat ich also ein und zeigte mich gleich beim Kauf einer Kerze. Niemand nahm Anstoß an meiner Kopfbedeckung und so entzündete ich meine Kerze, stellte sie zu den anderen, und bestaunte die wunderschönen Heiligenbilder in Gold. Es fühlte sich für mich schön an, in dieser Kirche zu sein. Sie ist sehr klein und ganz anders gehalten als unsere Kirchen, die ich kenne. So stand an einer Seite eine lange Holzbank, doch gesessen hat niemand darauf und in der Mitte ein großer Teller mit den abbrennenden Kerzen, doch ich hatte nur Augen für die Bilder in der Mitte des Kirchenraumes. So konnte ich also für mich festhalten, diese Kirche ist nicht nur im Außen anders, sondern auch ihr inneres birgt eine andere Gestaltung, als unsere Kirchen. Klein, aber sehr fein.