Archiv der Kategorie: Spirituelles

„Spirituelles“ Begegnungen z. B. in der Natur, Foto, Gefühle,

„Klein China in Weißensee“

 

Wow! Der chinesische Garten der Stadt Weißensee, ich finde ihn klein, aber sehr fein. Und es nennt sich nun einmal Garten und nicht Park. Er ist total schön angelegt. Hier konnten wir chinesische Pavillons entdecken, in denen man verweilen und innere Einkehr halten kann. Einige der Pavillons waren mit Fensterglas versehen und man konnte innen sitzen und den Garten bestaunen und innehalten, andere wieder waren offen und in denen waren die Sitze der Bänke nach innen gerichtet. Diese Philosophie gefiel mir. Der Garten war mit so viel Liebe angelegt, die Pavillons, auch zwei Wasserfälle, ein kleinerer und ein größerer Teich, auf dem man in einem offenen Pavillon verweilen kann. Was mir noch gut gefiel, war eine kleine Brücke mit so winzigen Stufen. Es war etwas schwierig darüber zu gehen, denn ich musste laaaaaaangsam gehen. Genial. Obwohl ich keine Ahnung hatte, ob diese Stufen wirklich zum Steigen einladen sollten, da sie sehr winzig waren. Aber ich mochte mir diese Empfindung der Achtsamkeit selbst ins Gefühl holen. Schlussendlich empfand ich es als schade, das der Garten etwas klein gehalten war, aber auf jeden Fall einen Besuch wert, wie ich finde. Thüringen, einmal anders erleben, hier ist es möglich.

„Besondere Orte im Harz“

Die Sandhöhlen

 

Diese für mich zumindest beeindruckenden großen Sandhöhlen sind ein Naturdenkmal und befinden sich tatsächlich im schönen Harz. „Große“ Sandhöhlen schreibe ich, weil es auch die kleinen Sandhöhlen unweit der großen gibt.  Unterhalb, der Burg Regenstein, die mich ebenso in ihren Bann zog, fanden wir über einen Waldweg dorthin und wir staunten. Zuerst hielt ich inne und traute mich kaum in diese Stätte, doch dies änderte sich.  Es ist wohl keineswegs belegt, aber man geht davon aus, das es sich hier um eine Versammlungsstätte der alten Germanen handelt,  auch Thingplatz genannt. Selbst finde ich es sehr sehenswert und empfand es auch als Kraftort.

 

Die Teufelsmauer

Die Teufelsmauer, eine Sandsteinformation die mich schon als junge Frau ansprach.  Auch sie ist im schönen Harz zu bestaunen und diese Fotos nahm ich in der Nähe von Weddersleben auf.  Fährt man durch den Harz kann man in mancher Gegend die Sandsteine auch von der Straße aus sehen, ich finde es mystisch. An der Teufelsmauer selbst kann man auch entlang wandern.  Glaubt man an Sagen, gibt es eine wunderschöne Beschreibung für die diese Felsformationen und die lautet ungefähr so …

Gott hatte den Harz erschaffen und der Teufel wollte auch seinen Teil und sie stritten darum. Gott gab dem Teufel zu verstehen, wenn er eine Mauer um das Land ziehen kann, was er möchte, allerdings nur bis zum ersten Hahnenschrei, gehört das Land ihm. Der Teufel machte sich an sein Werk und erbaute die Mauer. In der Nacht ging eine Frau mit ihrem Korb, den sie auf ihrem Rücken trug und in dem ein Hahn war, die Wege entlang, sie wollte am frühen Morgen pünktlich auf dem Markt sein und der Weg war weit. Irgendwann in der Nacht beim Gehen stolperte sie und der Hahn krähte. Der Teufel war verärgert, weil er fast die Mauer fertig hatte, und riss vor Wut einige Teile seiner Mauer wieder ein. 

Das, was nun noch von der Mauer bestaunt werden darf, ist übrig geblieben aus jener Nacht. 😉

 

 

 

„Belebtes Kloster“

„Belebtes Kloster“ das findet man in Memleben. Bereits im 12. Jahrhundert erbaut und heute noch beherbergt es Leben, auch wenn die alten Mauern nicht mehr vollständig erhalten sind. Ich glaube, für jemanden der sich für Klöster oder von dem was noch übrig ist, und wie dies im heute genutzt wird, interessiert, ist Memleben ein Muss. Auch die Überreste der Marienkirche aus dem 13. Jahrhundert konnte ich noch sehen, allerdings mit viel Grün drumherum. Doch was mich wirklich energetisch bewegt hatte, war die Krypta des Klosters. Ich konnte mir keinen Reim darauf machen, aber es war eine positive Energie dort zu fühlen. Viel später erfuhr ich, das dort Gottesdienste abgehalten werden, Andachten und ähnliches.

Auch eine Ausstellung kann man hier besuchen. Hier konnte ich nicht nur lesen, hören und schauen, sondern auch ausprobieren, so zum Beispiel an die Riesenwaage. Frisch machte ich mich ans Werk und legte ein von mir ausgesuchtes Vergehen, welches auf einer der Hinweistafeln beschrieben stand, in eine Waagschale. In die andere Waagschale legte ich die Klötzer hinein, die für die Buße zuständig gewesen wären. Nicht nur mein Mann, auch andere Besucher schauten neugierig was ich da tat und ich habe ein wenig Freude in die Ausstellung gezaubert, die jedoch sehr interessant für mich war.  Für mich war dieser Klosterbesuch sehenswert.

Mich inspirierte dieser Besuch und ich wählte unter anderem ein Foto aus diesem Klosterbesuch als Cover für mein Gedichtsbuch „Wenn es spricht“  aber schrieb auch u.a. über die Krypta einige Zeilen darin.

„St. Mauritius und Katharina“

 

 

 

Auf der langen Straße der Romanik, dürfen wir so vieles entdecken. Darunter auch den ersten gotischen Dom,  der auf deutschen Boden erbaut wurde und das war bereits  anno 1209 und dabei handelt es sich um den Magdeburger Dom St. Mauritius und Katharina. Beeindruckt hat mich hier die Paradiesvorhalle, die die klugen, wie auch die törichten Jungfrauen zeigt. Instinktiv sah ich zuerst zu den klugen auf, blickte dann zu den törichten, doch meine Seele zog mich wieder zu den klugen. Mein Gefühl aber erzählte mir auch noch zum Herrscherpaar im Pavillon. Als ich näher herantrat entdeckte ich die Buchstaben B an der linken und J an der rechten Seite. Mich erinnerte das sofort an die Buchstaben auf der Tarotkarte „Die Hohepriesterin“ hier finden sich auch die Buchstaben von Boas und Jachin wieder, dies sind ja die beiden Namen der Säulen im Tempel Jerusalem. Und mein Gefühl stieß mich auch noch darauf, das es ja die Anfangsbuchstaben meines und des meines Seelengefährten sind und etwas fühlte sich so an, das die Gefühle stark und gefestigt sein müssen. Obwohl ich oft mit Tarot arbeite, habe ich es erst hier gespiegelt bekommen. Aber mitunter ist es ja so, steckt man selbst mittendrin, kann man es womöglich nicht vollständig wahrnehmen, das braucht Zeit und wohl manches Zeichen zweimal. Ja so viel dazu.

Was mir noch gefiel, war die schöne Deckenmalerei in der Kapelle, diese jedoch nicht begehbar war. Der Lettner wurde bei unserem Besuch gerade restauriert, dafür besichtigten wir noch den Kreuzgang und den Domgarten. Was mir auch auffiel, im Dom gab es zwei Orgeln zu sehen und weiterhin wäre noch zu erwähnen Otto der Große liegt hier zur Ruhe gebettet. Für mich ein interessanter und bedeutsamer Besuch.

„Innehalten, Innenschau, Rückzug“

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Wir kennen wohl alle Zeiten, des Schaffens und des Ausruhens.

Sind meine Gefühle mit etwas überfordert und brauche ich mehr Ruhe, ist es Zeit für mich innezuhalten. Es ist die Zeit, in der ich mir meiner eigenen Gefühle wieder oder gar bewusst werden möchte. Manchmal, wenn ich zu oft im Außen unterwegs, und vor allem da, wo ich es nicht selbst verhindern kann, traf ich schon mitunter auf Menschen, deren Gefühle mir nicht gutgetan haben.

Innehalten ist für mich eine Zeit des Ausruhens, des wieder zu mir, zu meinen Gefühlen  finden. Es ist eine Zeit, die ich nutze, um Situationen, auch Wege neu zu überdenken, zu bearbeiten, zu korrigieren. Natürlich braucht es manchmal viel Zeit, aber den ersten Schritt tun, damit beginnt alles.

So kann natürlich auf das Innehalten, die Innenschau folgen, denn innehalten heißt für mich erst einmal nur, das Vorwärtsgehen mit einem bestimmten Gefühl einer Person oder nur einem anderen Gefühl gegenüber, in einer Situation, zu beenden. Die Innenschau wäre für mich dann das Nächste. Sie kann dafür sorgen, ob das Gefühl, das von meiner Seite dafür sorgte, etwas zu beenden, richtig war.  Und finde ich nach einer kleinen Auszeit keine Antwort, braucht es wohl etwas mehr Zeit, dann würde ich von einem Rückzug sprechen. Von einem Rückzug um Nachzudenken, nachzuforschen, zu klären, um Klarheit zu haben im eigenen Gefühl,  um schlussendlich auch zu vertrauen, das ich eine weise Entscheidung treffen werde und ist mein Gefühl für eine Person, ein anderes Gefühl, eine bestimmte Situation beendet, wird aus dem vorübergehenden Rückzug ein bleibender im innen wie im außen.  Und natürlich benutze ich so eine Zeit auch, mich von dieser Arbeit auch zu erholen. Denn wer möchte schon immer nur lernen?

Arbeite ich mit mir, tu ich dies mit unterschiedlichen Möglichkeiten. So gebe ich mir in erster Linie viel Reiki Energie, arbeite mit meinem Gefühl durch das Tarot, meiner Seele, lege mir Karten, benutze auch andere Energiesysteme und meditiere viel. Das alles ist in meiner Seele verankert und ich darf es abrufen, wenn ich mich energetisch positiv auffüllen müsste. Allerdings besteht mein tägliches Tun auch darin, mir fast jeden Tag im Jahr Reiki zu geben, auch meinen Kätzchen und ebenso reinige ich die Wohnung und das Haus ab und an. Das alles hilft mir, mich gut zu fühlen und ich bin dadurch auch, durch große Veränderungen gegangen. Denn Reiki Energie hilft der Seele sich zu entfalten und der Mensch geht danach zu meist andere Wege, zumindest nach den Reiki-Einweihungen. Denn die positive Energie hilft, wenn auch anfänglich etwas schwerere Situationen anstehen, auf lange Sicht gesehen, dass es leichter werden kann. Warum dies so ist, weil der Energielevel sich durch jede Einweihung anhebt und irgendwann ist das Energieniveau angeglichen, doch man muss sich bewusst sein, Reiki ist eine hohe göttliche Energie, und eine Einweihung in diese Energie ist mit Lernen verbunden, jedoch immer ein positiver Lernprozess.

(Bild/Text: Jana Goeritz)

http://buchkaleidoskop.reikipraxis-goeritz.de/78.html

„Mein inneres Kind“

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(Dies Bild malte und gestaltete ich mit meinem inneren Kind)

Ja, das „Innere Kind“ ist wohl ein sehr sensibles Thema, dennoch möchte ich darüber schreiben, weil ich wirklich glaube, das die Beschäftigung damit, helfen kann, sich freier zu fühlen.  Selbst habe ich mich erst vor zehn Jahren ganz genau 2007/2008 meinem inneren Kind wirklich gewidmet. Zugegeben, anfänglich kam ich mir wohl schon etwas komisch vor, um es einmal vorsichtig auszudrücken, doch mit der Zeit und auch mit etwas Übung wurde es besser. So konnte ich mir kaum vorstellen, wie ich das überhaupt beim ersten Mal anstellen sollte, damit irgendetwas geschehen konnte, das in die richtige Richtung zeigte. Und so kam ich auf den Gedanken, das ich mich selbst als kleines Kind sehen könnte, so wie ich eben einst einmal aussah. Ein kleines Mädchen, mit schönen grünen Augen, langen Wimpern, blonden, etwas lockigen langen Haar, das ich oft als Dutt oder Pferdeschwanz, auch mal zu zwei Zöpfen geflochten trug, bis zu meiner Einschulung. Danach trug ich kurzes Haar und erst in späterer Schulzeit schulterlang und offen. Ich liebte mein langes Haar und auf meine Frage, warum ich für die Schule kurzes Haar tragen muss, antwortete meine Mutti damals: „Weil du Sportunterricht bekommst und du deine langen Haare, wenn sie zerzaust sind, sicher nicht allein selbst wieder so hinbekommst, das es ordentlich ausschaut.“  Für mich war und blieb es eine unmögliche Ausrede, denn meine Haare durchkämmen und einfach mal offen tragen, hätte ich sicher hinbekommen. Was blieb mir also übrig, als dies zu akzeptieren und so trug ich eben einen kurzen Haarschnitt. Meine langen abgeschnittenen Haare, zu einem Pferdeschwanz geflochten, bekam ich als Erinnerung mit nach Hause. Für mich war das allerdings kein Trost. Oft stand ich sogar noch Jahre später vorm Spiegel und hielt mir diesen blonden Zopf an mein Haar und schwelgte in Erinnerung und überlegte, warum ich es nie geschafft hatte, mir die Haare wieder lang wachsen zu lassen, denn einige meiner Schulkameradinnen hatten auch langes Haar und sie durften ihre Haarlänge als sie eingeschulte wurden behalten und ich sah in mancher Unterrichtsstunde sehnsüchtig auf deren Haare, weil zwei von ihnen, vor mir auf der Schulbank saßen. Das tat meinem kleinen Mädchen schon weh, sie hätte ihre Haarlänge auch gern behalten. Das jedoch, war nur ein Schmerz, der nie ausgeheilt war.

Irgendwann also, im Zuge meiner Entwicklung kam auch ich kaum drumherum mit meinem inneren Kind zu arbeiten. Als ich erst einmal so ein bisschen in mich hineinhorchte, was da alles zum Vorschein kommen könnte, verschob ich mein Gespräch, denn Angst fühlte ich, und sie machte es mir schwer vertrauensvoll mit meiner Arbeit zu beginnen.

Doch der Tag kam und ich war mutig.

Ich nahm mir Zeit und war ungestört, so wie ich es brauche, wenn ich mich mit mir selbst beschäftigen muss oder heute auch möchte. Das nämlich, hat sich zum Beispiel verändert, „Nicht müssen, sondern ich möchte.“ Ich machte es mir bequem auf meinem Sofa und habe es langsam angehen lassen. In meiner Vorstellung saß ich auf einem Stuhl, später einmal lag ich auf meinem Sofa und hielt das kleine Mädchen kuschelnd im Arm. Auf meinem Schoß habe ich sie Platz nehmen lassen und ja, ich fühlte schon ihre Traurigkeit. Ich bin selbst noch überrascht, wie deutlich ich das alles wahrnehmen konnte. Sie saß so, das ich sie im Profil wahrnehmen konnte, ich hielt sie umarmt und sie lehnte sich mit ihrem Kopf an meine Schulter an und als ich sie fragte, ob sie mir erzählen mag, was ich für sie tun könnte, da nickte sie ganz ruhig. Ich fühlte mich in diesem Augenblick auch ruhig und fragte weiter, ich nahm irgendwie an, es bliebe so, ob sie denn traurig wäre und wenn warum. „Ja, ich bin traurig“, erzählte sie mir und ihr Blick ging immer noch zu Boden und dann sagte sie mir und das werde ich nie wieder vergessen, ich möchte doch nur lieb gehabt werden. Und dann geschah es. Mit meiner Ruhe war es vorbei. Ich fühlte so einen Schmerz und ich weinte bitterlich und es hörte erst spät auf und wenn ich mich erinnere, ich wäre gern irgendwo im Wald gewesen, wo mich niemand hätte sehen und hören können, so geschrien hätte ich und vielleicht hätte ich noch gefragt „Warum nur?“

Nachdem ich mich weitgehend beruhigt hatte, sprach ich weiter mit meinem kleinen Mädchen und ich versprach ihr auf jeden Fall sie immer anzuhören und wenn etwas anders laufen sollte, als sie es sich wünscht, helfe ich ihr damit klarzukommen und kann ihr erklären, weshalb, warum, wieso. Das fand sie wohl ganz gut. Und ich bat sie auch Geduld mit mir zu haben und ich erwischte mich dabei, was ich ihr doch zumutete. Allein schon der Kummer der vielen Kindheitsjahre und jetzt noch Geduld und ich selbst bringe auch schwer Geduld auf. Und hier fühlte ich schon, das ich Gefühl lebe aber eben auch Willen. Aber sie ließ sich darauf ein und ich versprach, ich bin groß und erwachsen und ich werde schauen, wie wir was lösen können, wenn es da etwas gäbe.

Im letzten Jahr zum Beispiel sollte ich ins Krankenhaus und das kleine Mädchen hatte eine große Angst. Ich redete ihr gut zu und wusste auch, ich muss dahin, aber ich wollte es versuchen auf eine andere Weise für mich abzuklären. Meine Ärztin ist bald verrückt geworden „Nein, also wirklich, das muss ich ihnen jetzt sagen, sie sind ja schlimmer als ein kleines Kind, das ist ja mitunter einsichtiger.“ Ja, sie hatte durchaus recht damit, ich verhielt mich wie ein kleines Kind, aber für mich war es wichtig, es nach außen bringen zu dürfen, egal was ein anderer über mich denkt.  Ich selbst bin mir wichtig geworden mit meinen Bedürfnissen.  Was hätte ich gelernt, wenn ich einfach weghören würde, was in mir vor sich geht? Natürlich musste ich am Ende doch ins Krankenhaus und ja es war sicher auch richtig und natürlich hatte ich Angst, vor dem was kam, aber ich bin durchgegangen, ich brauchte eben etwas Anlauf.  Na und?! Für mich ist es wichtig, auch wenn ich scheitern sollte, es wenigstens versucht zu  haben. Ansonsten könnte ich mir ja selbst vorwerfen, keinen Mut, keine Courage wie auch immer an den Tag gelegt zu haben.

So bin ich immer mehr mit meinem kleinen Mädchen in Kontakt gekommen und ja manchmal musste sie mich auch noch am Ärmel zupfen, um gehört zu werden, aber  wichtig ist nur, sie eben auch ernst zu nehmen, mit ihren Ängsten, Wünschen, Sehnsüchten. Bevor ich das hier schrieb, fragte ich sie, ob sie sich noch erinnern würde an unser erstes Gespräch und sie antwortete: „Ja, da hast du viel geweint.“ Ja, weinen reinigt die Seele, sagt man und sicher ist da etwas dran.  Und heute lächle ich zum Beispiel auch darüber, wie ich sie fragte „Was kann ich für dich tun?“  Kein Erwachsener fragt ein Kind, was er für dieses Kind tun könnte, wenn es traurig schaut. Daran erkannte ich später meine Unbeholfenheit mir selbst gegenüber in jenem Moment. Aber wie sagt man noch so schön „Es ist noch keine Meisterin vom Himmel gefallen.“  Und ich bin nun einmal ein Mensch, der es ausspricht, auch wenn es sich schlimm anfühlt, ich bin mir selbst gegenüber immer ehrlich und so ist es für mich kein Problem es auch anderen gegenüber zu sein.

Nach meiner Arbeit mit meinem inneren Kind,  begann ich auch zu schreiben, für mein inneres Kind, auch einige Märchen. Ich begann intuitiv zu malen, einfach so, und das muss keinem anderen gefallen, noch nicht einmal mir, es dient einfach nur dazu, das Kind in mir erzählen zu lassen. So bemalte ich unwahrscheinlich viele Steine und malte einige Bilder und später gestaltete ich diese noch. Mein inneres Kind darf sich nun austoben und es mag für andere wirklich dämlich klingen, aber so stelle mir auch einfach vor, wie ich mit meinem kleinen Mädchen spiele, tanze, oder es einfach mal richtig lange durch krabbele, all so Dinge mit ihr tue, die wohl viele Kinder halt mögen.  Und malen, stempeln und ausmalen, all dies tat ich schon als kleines Kind so gern. Da gab es unzählige Stempeldrucke mit verschiedenen Motiven, die ich als Kind so gern aufs Papier brachte, um sie dann bunt auszumalen. Und was tue ich heute anderes mit meinen Gedichten, Märchen oder Bildern? Ich male zwar keine Stempeldrucke mehr aus 🙂 , aber ich male mir im Gefühl das aus, was ich gern tun würde und erhalte so manchmal Unterstützung aus der geistigen Welt, von Seelen, die einst bei mir zu Hause waren, oder auch durch Engelsenergien. Dafür bin ich auch wirklich dankbar, denn es bereitet auch mir Freude.

Heute fühle ich mich viel wohler in meiner Haut und bin wirklich froh darüber die Arbeit angegangen zu sein. Erleichterung, auch wenn ich doch weiß, dass die Arbeit mit dem inneren Kind nie enden wird, aber sie kann leichter werden. Leichter, weil der schwerste Schritt wohl der erste Schritt war. Und Freude, weil mein kleines Mädchen Freude fühlt und klingt es auch für manch anderen seltsam, gar unmöglich, bin ich doch ein klitze klein wenig stolz auf mich und mein inneres Kind, das wir uns getraut haben ja zu sagen, ja zur Aufarbeitung dessen, was im Argen lag. Auch scheue ich mich keinesfalls zu erwähnen, eine Therapie in Anspruch genommen zu haben. Als ich vor zehn Jahren 2007/2008 begann mit meinen Gefühlen wirklich zu arbeiten, glaubte ich,  eine Therapie wäre eine gute Möglichkeit viel Vergangenes aufzuarbeiten. Durch den Therapeuten sah ein fremder, unvoreingenommener, aber auch ein psychologisch geschulter Mensch auf meine Themen und auch das half mir in der Verbindung zur Arbeit mit meinem inneren Kind.  Ich kannte kein Schämen oder Scheu davor meine Ängste und Ansichten vor ihm auszubreiten, ich mochte Hilfe haben und empfand die Therapie,  als große Hilfestellung für mich, und stellte noch im Nachhinein fest, durch das, was ich dort lernen durfte, hatte ich Hilfe für mein Leben erfahren. Selbstliebe.

 

„Vergebung ist Transformation“

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Vergebung ist ein großes und in den letzten Jahren auch zu einem, so glaube ich, beliebten Wort geworden. Doch was ist Vergebung? Transformation! Allein der Gedanke zu vergeben ist gut, doch viel wichtiger ist das Gefühl hierzu. Und was mir im Zusammenhang mit dem Wort „Vergebung“ auch schon aufgefallen ist, mancher glaubt, auch wenn er um Vergebung bitten müsste, weil er Schuld trägt, er solle dem anderen vergeben, damit der andere sich wieder wohler fühlen darf. Nun, ich glaube, das ist nur ein kleiner Teil des Ganzen.

Natürlich kann ich nur für mich selbst sprechen und trage ich Schuld, sollte ich um Vergebung bitten. Denn damit würde sich nie nur mein Gegenüber wieder wohler fühlen, im Zusammenhang mit meiner Person, sondern ich auch, weil für mich Gerechtigkeit wichtig ist.
Doch auch mir selbst zu vergeben bei einem Fehler ist für mich enorm wichtig.
Und ich habe für mich feststellen können, dass für mich Selbstvergebung an erster Stelle steht, weil ich mich dann wohler fühle, meine Gedanken und Gefühle bereits geordnet und analysiert habe und so meinem Gegenüber auch wieder unter die Augen treten kann, wenn ich erklären möchte warum, weshalb, wieso. Und noch eines ist für mich enorm wichtig, ich muss mich hinterher keinesfalls ärgern, ist meine Vergebung ehrlich aus dem Gefühl geschehen und sie würde dennoch nicht akzeptiert.

Vielleicht auch einmal anders gesehen, geschieht eine Vergebung ohne Transformation, kommt sie nur als Gedanke daher und man wird sehr schnell verstehen und auch erkennen, das diese Art von Vergebung keine wahrhaftige Veränderung beinhaltet,  Fehler könnten so wiederholt auftreten und man fühlt sich selbst dennoch unwohl, zumindest mit dem Menschen, den man um Vergebung gebeten hat. Hier darf sich dann jeder selbst an die eigene Nase fassen, wenn es das Gegenüber dann eben nicht mehr gibt.

Vergebung ist also wohl doch zurecht ein großes Wort. Für mich beinhaltet es jedoch noch mehr. Selbstliebe. Auch, wenn man einen Fehler begangen hat,  ist es nie spät zu erkennen, was man falsch gemacht hat und dies in Zukunft zu ändern.

Und wo vielleicht ein anderer meint, man müsste sich nicht entschuldigen, weil der andere einem nicht so viel wert, empfand ich es für mich immer schon anders. Für mich wäre es dennoch wichtig. So würde ich auch um Vergebung bitten, damit ich mich selbst im Spiegel ansehen mag, denn was falsch war, bedarf meines Gefühls immer einer Entschuldigung und danach eines besseren Tuns.

 

„Ein heilendes Gefühl in mir“

 

 

Der Zwickauer Dom St. Marien misst stolze 88 m und ist bereits im 12. Jahrhundert erbaut. Sehenswert empfand ich den sechsflügeligen Altar.  Für mich war dieser Besuch verbunden mit einer Prüfung meiner Gefühle, so habe ich es empfunden, denn  im Mai 2018 erhielt ich eine Diagnose und zwischen zwei Krankenhausaufenthalten besuchte ich mit meinem Mann gemeinsam den Zwickauer Dom.  Meine Gefühle haben mich geleitet, denn zum Gebet hätte ich keine Kirche aufsuchen müssen, oder wenn doch, dann wohl in der näheren Umgebung. Wie oft hielt ich in einer der Holzreihen inne und betete das Vaterunser. Danach ging ich langsam durch diese heilige Halle und meine Gedanken schwirrten angstvoll um mich, so hatte ich sehr oft Tränen in den Augen.  Mein Mann machte mich darauf aufmerksam, dass es eine Zettelbox gäbe und in diese dürfte man einen Zettel legen, auf dem man eine Bitte, ein Anliegen schreiben könne und es würde bei einem der nächsten Gottesdienste vorgelesen und ins Gebet mit eingebunden. So fühlte ich, dies müsse ich für mich tun, aber auch mein Mann hat es für mich genutzt, das empfand ich auch als sehr liebevoll und war ihm dankbar. Als ich weiter schaute, sah ich Hiob und für meine Tränen gab es nun kein Halten mehr. Nun fühlte ich, deshalb führte mich mein Gefühl hierher, Hiob sah ich in noch keinem Gotteshaus stehen, das ich bisher besuchte. Meine Hiobsbotschaft hatte ich bereits erhalten, nur ging es für mich nun darum, damit irgendwie Frieden zu schließen, eine Veränderung herbeizuführen, es schien unabänderlich zu sein und wie ich mich mit der Geschichte Hiob auseinandersetzte, wusste ich um meine Prüfung. Hiob, ein gerechter, gläubiger Mann hatte dem Bösem entsagt und bewies, dass er gläubig blieb, als er seine Prüfung  durchlief. Selbst zürnte ich auch nie mit Gott, auch nie mit meinem Schicksal. Jedoch bat ich um göttliche Unterstützung mehr in dieser Zeit.   Für mich war dieser Besuch im Gefühl heilsam,  denn er schenkte mir Kraft und Mut an mich zu glauben, mehr denn je und so schaffte ich es auch, diese Veränderung positiv zu meistern, ob es auch körperlich einmal gänzlich wieder gelingen wird,  das weiß nur Gott allein. Einen Fortschritt durfte ich bereits tun, es müsste es nur noch besser werden oder wenigstens so bleiben dürfen. Gebet Vaterunser, …. .

Ein Jahr später las ich das Buch von Teresa Ávila „Die innere Burg.“ Dieses Buch ist für mich ein Meisterwerk! Hier fand ich beschrieben einen Weg, den ich bereits viele Jahre schon zuvor angefangen und es ist unwahrscheinlich heilsam lesen zu dürfen, was ich großes noch erwarten könnte, beschreite ich diesen Weg unaufhaltsam weiter.

„Stille“

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Wenn ich auf der Suche nach mir bin, suche ich die Stille. Hier begegne ich niemandem, nur mir Selbst. Hinein gespürt in die unendliche Tiefe meines Selbst, das machte mir in frühen Jahren das eine oder andere Mal Angst, fühle ich hier besser, welcher Weg an einer Wegkreuzung der Meine ist. Dieser Ort in mir ist warm, kühl, durchgeknallt, leise, laut, still, derb, zart, frech, liebevoll, verspielt, sauber, auch schmutzig und alles was ich mir noch so vorstellen kann. Und doch zieht es mich in Zeiten des nach mir Suchens dorthin. Genau dorthin, mitten in dieses Gefühlschaos. Mitunter ist es auch ein Gefühl des Zweifelns schon gewesen, und um den roten Faden wieder aufzunehmen, muss ich mir Zeit nehmen diesen zu finden, mich hineinfühlen in jedes einzelne Gefühl, das ich in mir wahrnehme, ob ich es wirklich zu mir gehört.

Kennst du das auch? Ich tue etwas und meine „Hey das ist toll, prima, das gefällt mir!“  und just im nächsten Augenblick kommt mein Inneres nach oben, und erzählt etwas ganz anderes. „Das bin ich?“ Diese Frage nahm ich schon in zurückliegender Zeit in mir manchmal wahr. Und wie ein Funkenflug rauschte es aus mir heraus in so einem Moment. „Nein, ich würde ja so und so … .“ Blieb dann die Frage, wessen Gefühl war es, das in solchen unwahren Momenten zutage kam? „Unwahre Momente“, weil sie ja anscheinend Gefühle zum Ausdruck bringen, welche mir fehlten und die ich doch zum Ausdruck gebracht hatte.

Ich sagte damals scherzhaft „In meinem Bauch sitzt ein Mann.“  Warum gerade ein Mann? Ganz einfach, weil ich ja schon „Frau“ bin und ein Mann, das entspricht meinem Naturell.  Und „natürlich sein“ liebe ich. Ich liebe es, wenn Menschen sich zeigen, wie sie sind. Wie sie wirklich sind. Wenn Männer, Männer an ihrer Hand halten, Frauen ihre Frau, und Männer ihre Frau, einfach, weil sie so fühlen. Wenn Menschen das Sagen, was sie denken, weil sie so fühlen, das ist doch wundervoll!

Nun ja zugegeben, es könnte auch schmerzhaft, verletzend, nervend,  aber eben auch durchaus liebenswürdig sein, ehrlich, wahrhaftig.  Der Mann in meinem Bauch wurde still. Suche ich nach Stille begegne ich mir Selbst. Suche ich nach Stille, suche ich auch oft im außen einen Ort der Stille auf, sofern es gerade möglich ist. Und habe ich die Stille gefunden im Außen, wie im inneren, dann fühle ich ein friedliches Gefühl in mir. Stille eben, die glücklich fühlen lässt und diese habe ich so oft wie möglich in meinen Alltag  integriert, durch Meditation, immer wieder Meditation.

 

„Ja, eigentlich …“

 

Im Juni vor 6 Jahren mochte ich ein altes Rittergut besuchen. Es lag etwa 25 km von meinem zu Hause entfernt. Im Ort angekommen fand ich das Gut nicht gleich und parkte an einer Straße das Auto ab, unweit der Kirche. Dafür das es doch ein beschauliches Örtchen war, war ganz schön Trubel auf der Straße und ich wunderte mich, wieso ich das Rittergut nicht finden kann. Aus dem Auto ausgestiegen, fragte ich einfach nach, es waren ja genug Menschen unterwegs, wie ich zum Gut finden könnte und bekam zur Antwort „Wir feiern heute Dorffest, kommen sie doch einfach erst einmal mit in unsere Kirche.“ 

Nun gut, eigentlich mochte ich ja ganz woanders hin, und das Wort „eigentlich“ benutze ich hier ganz bewusst. Da ich zwar keine konsequente Kirchgängerin war und auch bin, zumindest was einen Gottesdienst anbelangt, nur ab und an, besuche ich dennoch sehr gern Gotteshäuser meist zu anderen Zeiten um zu schauen, zu beten und  innezuhalten.

Jedoch die Frau kam mir so freundlich entgegen, dass ich diese Einladung kurzerhand annahm und ihr auf dem Fuße folgte. Von außen war die Dorfkirche eher unspektakulär für meine Begriffe, doch was sich in ihrem inneren zeigte, empfand ich als beeindruckend schön. Eine wohl sehr alte verzierte Holzdecke und dazu eine wunderschöne Empore auf der sich die ebenso sehenswerte Orgel befand. Ich kam aus dem Staunen fast nicht mehr heraus und fühlte mich total wohl und in mir zu Hause.

Als ich dort ein klein wenig verweilt hatte, und auch einem Orgelspiel lauschen durfte, fragte ich noch einmal nach dem Weg zum Rittergut und es war als hätte nur ein Schleier auf das Gut verhangen, denn dort hatte ich auch zuvor geschaut, aber anscheinend mochte etwas, das ich dieses Gotteshaus zu sehen bekommen und dafür bin ich heute noch dankbar, da es mir so sehr gefallen hat. Ich erinnere mich gern daran zurück.

„Ein Strauß Lilien“

Ein Strauß Lilien einfach einmal näher angeschaut, also ich bin begeistert. Nach dem Wasser geben, nahm ich sie mit der Kamera einmal näher unter die Lupe und im Netz fand ich auch noch interessantes dazu.  Beim Durchlesen stieß auf die Frage, welches Gefühl in mir bei der Lilie wachgerufen würde? Ganz klar Sexualität. Und ich muss sagen, es überrascht mich, zwar mag ich viele Blumen, aber so genau unter die Lupe habe ich sie noch nie genommen. Warum gerade heute, und dann auch noch die Lilie? Sollte ich vielleicht einmal drüber meditieren. Früher jedenfalls mochte ich diese Blume  nicht so sehr, aus dem einfachen Grund, weil sie für mich eher als eine Blume galt, die als Blumenschmuck bei Begräbnissen hergenommen wurde, das hat sich allerdings schon vor einiger Zeit verändert.

 

Aber hier einmal die Bedeutung der Lilie. Gefunden habe ich dies unter  …   https://www.tollwasblumenmachen.de/die-lilie-eine-aussergewöhnliche-blume-voller-symbolik

Weiblichkeit

Es sind vor allem ihre Form, die Unterschiede in den Farben und der süße Duft, die die Lilie zu einem Symbol der Weiblichkeit machen. Diese Bedeutung geht zurück bis ins alte Ägypten. Auch griechische und römische Bräute wurden mit Lilien gekrönt, in der Hoffnung auf ein reines und fruchtbares Leben.

Liebe

Gefühle äußern im etwas steifen viktorianischen Zeitalter? Das gehörte sich einfach nicht. Um sich dennoch mitzuteilen, was man füreinander empfindet, war eine Geheimsprache die perfekte Lösung. Indem man jeder Blume eine bestimmte Bedeutung zuordnete, entstand so die Sprache der Blumen: die Floriografie.
Die Römer füllten ihre Kissen und Decken mit Lilienblüten um sich mit ihrem Duft zu umgeben. So wurden Lilien der Inbegriff des Duftes der Liebe. Erhielt eine Dame diese süß duftende Blume, konnte Sie sich sicher sein: „Dies schickt mein Liebhaber.“

Reinheit

Es ist dir sicher schon aufgefallen: Weiße Lilien werden häufig auf Hochzeiten eingesetzt. Der Grund dafür? Weiße Lilien sind, insbesondere im Christentum, ein Symbol für Jungfräulichkeit und Reinheit. Die weiße Lilie wird darum auch als Madonnenlilie bezeichnet. Und achten Sie einmal darauf: Auf Abbildungen ist die Lilie oft als religiöses Symbol in Verbindung mit der Jungfrau Maria zu sehen.

Vergänglichkeit

Nicht nur, wenn wir froh und glücklich sind, kann man mit Blumen Gefühle auszudrücken. Auch bei Verlust und Trauer helfen Blumen zu sprechen, wenn die Worte fehlen. Lilien werden daher auch häufig bei Begräbnissen eingesetzt. Die ernste, klare Ausstrahlung der Blüte ist für diesen Anlass besonders angemessen.

Und welches Gefühl ruft die Lilie bei dir hervor?

„St.Cyriakus, ich weilte in dir“

 

 

Oft schon fahren wir in den Harz, er bietet eine wunderschöne Landschaft. Aber das ist längst nicht alles. Und so war es einmal wieder so weit. Wir begaben uns dorthin und wollten eigentlich nach Halberstadt, nach dem wir den Besuch auf der Roseburg beendet hatten, die übrigens auch eine Reise wert ist. Doch ein sehr langer Stau zuvor und später noch eine längere Umleitung, ließen uns davon absehen. In dem kleinen Café der Roseburg,  bekamen wir einen wunderbaren Tipp, was wir uns in dieser Gegend noch anschauen sollten. Hier machte man uns darauf aufmerksam, die Kirche St.Cyriakus in Gernrode doch einmal zu besuchen und so war es, das wir zehn Minuten zuvor noch nicht wussten, was wir gleich Großes entdecken dürften.

Ich war beeindruckt allein schon beim Ankommen von diesem riesen ottonischen Kirchenbauwerk. Als ich das Gotteshaus betrat, staunte ich leise. Diese Kirche wurde 961 das erste Mal erwähnt und ist heute noch ein Ort der Einkehr. Bewundert habe ich vieles darin. So fand ich das Chorhaus sehr sehenswert, ebenso die Gestaltung des Altares mit seiner unglaublich wunderschönen Wandmalerei, das heilige Grab, das wohl nördlich der Alpen die älteste Nachbildung des Grabes Christi in Jerusalem ist. Auch der Kreuzgang und die schöne Deckengestaltung, genau so wie die schöne Orgel dieser Kirche ließen mich ins Schwärmen geraten.

Diese Kirche ist auf jeden Fall eine Reise wert, ich finde sie wunderschön und bin dankbar für das freundliche darauf aufmerksam machen.

 

„Für mich war es ein bewegender Ort“

„Was keiner wagt, das sollt ihr wagen, was keiner sagt, das sagt heraus, was keiner denkt, das wagt zu denken, was keiner anfängt, das führt aus. Wenn keiner ja sagt, sollt ihr’s sagen, wenn keiner nein sagt, dann sagt doch nein, wenn alle zweifeln, wagt zu glauben, wenn alle mittun, steht allein. Wo alle loben, habt Bedenken, wo alle spotten, spottet nicht, wo alle geizen, wagt zu schenken, wo alles dunkel ist, macht Licht.“ (Text von Lothar Zenetti)    

Diesen, wie ich finde berührenden und wunderbaren Zeilen, begegnete ich bei einem Besuch im Kloster Lehnin. Mich bewegen diese Worte tief, weil ich vieles davon auch so empfinde. Das Klostergelände umfasst ein großes Areal und ich wurde überrascht, denn bisher kannte ich kein Klosterareal, welches ein Krankenhaus und ein Hospiz beherbergte. Beim Entdecken des Areals, hörte ich Lachen und als ich um die Ecke bog, sah ich, dass dieses Lachen von einem der Balkone des Hospizes in die Welt schallte. Es fühlte sich für mich an, als wollten diese Seelen mein Seelengefühl trösten, und so fühlte ich dann etwas mehr Gelassenheit beim Vorbeigehen und war froh, das dieses Lachen noch gehört werden durfte.

Dabei erinnerte ich mich an meine Bewerbung für eine ehrenamtliche Mitarbeit im Hospiz vor schon sehr vielen Jahren. Auf dem Weg zum Briefkasten stolperte ich über einen Bordstein und fiel geradewegs der Länge nach in eine große Pfütze, nur meine Hand, die den Brief hielt, hatte ich gen Himmel gehalten, damit er sauber bleiben durfte. Damals fühlte ich es als Prüfung, ob ich unter allen Umständen, meine Bewerbung wirklich wahr machen würde. So lief ich nass und total verschmutzt mit einem schneeweißen Briefumschlag durch die Straßen zum Briefkasten und warf ein, was eingeworfen werden wollte. Meine Bewerbung wurde damals angenommen und ich durfte lernen.

Doch zurück zum Kloster Lehnin. Meines Empfindens nach, eine schöne Begegnungsstätte, und irgendetwas in mir hatte mich fühlen lassen, hier ist wohl Gott zu gegen, weil ich glaube, ein Kloster besichtigen werden wohl nur Menschen, die die göttliche Liebe fühlen und leben, weil ihnen auch Innehalten wichtig ist, um ihren göttlichen Weg im Leben zu finden, weil sie sich wirklich dafür interessieren und das verströmt positive Energie in jeden Winkel, den sie zu Gesicht bekommen und ist es nicht gerade diese Energie, welche ein Sterbender als Unterstützung braucht, um in Frieden loslassen zu können, wenn es einmal so weit ist?

Weiter entdeckte ich auf dem Klostergelände auch Meditation- und Seminarräume, eine Klosterkirche mit einem schönen Altar, eine alte verbliebene Mauer und ein Korngebäude. Weiterhin noch einen Kreuzgang und einen begrünten Innenhof.

 

 

 

 

 

„Auf der Straße der Romanik gefunden“

 

 

Auf der Straße der Romanik fanden wir zu einem Welterbe der Menschheit, dem Naumburger Dom St. Peter und St. Paul, ein Gotteshaus aus dem Mittelalter mit zwei noch erhaltenen hochmittelalterlichen Lettner. Dies ist einzigartig auf unserer Welt.

Schon zweimal traten wir in diesen Dom ein, so wie es „Electra“ einst sang „Tritt ein in den Dom“ und haben uns beim ersten Besuch einer Domführung angeschlossen.

Wenn ich von mir spreche, kann ich nur sagen, ich empfinde ihn als ein Meisterwerk. Vieles sah ich hier, einiges fiel mir besonders auf und etwas berührte mich tief in meiner Seele, das war zum einen mein Gefühl in der Marienkirche. Hier empfand ich den Altar als sehr zurückhaltend. Oft war ich bisher der Versuchung erlegen, im Anschauen eines Altares Gott in mir zu finden, hier war es mir schier unmöglich. Etwas Angst fühlte ich in meiner Seele aufsteigen und ich betete das Vaterunser, danach fand ich wieder zu meiner inneren Balance zurück und lernte an diesem Ort, Gott ist für mich in keinem Altar zu finden, sei er wohl auch noch so schön anzuschauen, oder auch eher zurückhaltend aufgestellt, wie er es hier war, sondern er ist bei mir. Diese Erkenntnis, die ich an diesem Ort erlangte auf einem Holzstuhl innehaltend, werde ich sicher nie vergessen. Und zum Zweiten empfand ich und das fühlte sich für mich wie ein Wunder an, so begeistert von dem Domschatzgewölbe. Die alten Altäre hatten es mir angetan. So wunderschön gestaltet und ich habe meinen Gefühlen schon beim Auftun der schweren Tür und mit dem ersten Schritt in das Gewölbe freien Lauf gelassen, so überwältigt war ich. Wow.

Weiter sahen wir uns auch die Krypta des Naumburger Domes an, auch sie empfand ich als sehenswert, ebenso wie die Elisabeth Kapelle. Hier sprach wieder mein Gefühl besonders, denn die Kapelle aus dem Mittelalter zeigte Fenster in ihrem alten Gemäuer aus der Moderne, also Menschen wie du und ich.

Hier erinnerte ich mich an die Worte, welche ich oft schon in jüngeren Jahren aussprach, wenn etwas nicht so funktionierte wie ich es mir erhofft hatte. „Oh Gott.“ Oder „Oh Gott, bitte hilf mir.“ Damals begann ich für mich darüber nachzudenken, ob ich an Gott glaube und verneinte es irgendwie. „Irgendwie“ weil ich mir vorher nie wirklich Gedanken darüber gemacht hatte, ob ich gläubig wäre, auch wenn ich diese Worte gebraucht. Beim Innehalten darüber glaubte ich jedoch, ich müsste doch etwas mit Gott am Hut haben, denn wieso würde ich mich an ihn wenden? Ganz früher beim Riesenrad fahren, wenn es mir da Angst wurde, rief ich „Mutti Hilfe.“  Das hatte sich, ohne das ich es vorher bemerkt hatte, wohl schleichend verändert. Und, weil ich es einfach so aussprechen konnte, ohne vorher darüber nachgedacht zu haben, ob Gott mir helfen könnte, musste diese Energie wohl aus meiner Seele in mein Bewusstsein gelangt sein. So konnte es für mich nur richtig sein, dass ich an Gott glaube, denn hätte ich es nicht getan, wäre mir dieses Wort „Gott“ auch nie über die Lippen gekommen. Selbstliebe.

Doch zurück zum Dom. Er ist allemal, auch eine wiederholte Reise wert.

 
 

„St. Annenkirche in Annaberg“

 

Die „St.Annenkirche“  ist eine sehr schöne Kirche und ist man einmal im Erzgebirge in Annaberg zu Besuch, so glaube ich, darf man hier nicht vergessen hineinzuschauen.
Sehr angetan war mein Gefühl von zwei Altären. Einen Hauptaltar und ein weiterer gleich zu Anfang beim Eintritt in die Kirche. Beide fand ich wunderschön. Erbaut wurde diese Kirche von 1499 bis 1525 im Gotischen Stil.