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„Vergebung“

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(Foto: Pixabay)

Gerade fällt mir das Wort „Vergebung“ ein. Es gibt sicher einige Rituale, die uns helfen können, um Vergebung zu bitten. Diese Rituale finde ich gut, wenn der Mensch, den ich  um Vergebung bitten möchte, bereits diese Welt verlassen hätte. In so einem Fall, hätte ich noch die Möglichkeit die Seele um Vergebung zu bitten, das wäre hilfreich. Ansonsten bin ich der Auffassung und ich fühle es für mich auch so, das man den Menschen selbst persönlich um Vergebung bitten kann. Dies kann ganz unterschiedlich erfolgen. Durch Worte, die wir ihm schreiben oder im persönlichen Gespräch.

Für mich selbst sind zwei Dinge ganz wichtig, geht es um Vergebung. Einmal Ehrlichkeit, das heißt, man möchte wirklich um Vergebung bitten oder einem anderen wirklich vergeben, und zum Zweiten, es muss persönlich vonstattengehen. Meine Seele, ist da ganz eigen, ich fühle, für mich ist es nur so möglich und ich kann eine ernst gemeinte Entschuldigung auch nur so annehmen, um zu vergeben.

So fühlte ich, wenn sich jemand bei mir entschuldigte und diese Worte waren auch ehrlich gemeint, das mein Gefühl sich wieder freier fühlte, die Gefühlsverbindung war wieder ausgeglichen, Harmonie zog in dieser Verbindung wieder ein. Natürlich kann ein jeder viel erzählen, sagen und auch Papier ist geduldig, das wissen wir alle, und so kann nur durch eine Wiederaufnahme einer Verbindung gesehen, erkannt, gefühlt werden, ob die Vergebung auch wirklich fruchtet. Denn allein der Wunsch reicht wohl keineswegs aus, das Gefühl bestimmt.

Für mich, meine Gefühle, ist eben eine persönliche Entschuldigung das A und O im Leben. Habe ich das Gefühl, ich sollte mich entschuldigen, würde ich dies auch persönlich machen wollen, und dies tat ich in meinem Leben auch schon, so zum Beispiel bei meinem Ehemann.

Vergebung ist ein großes Wort, wie ich finde und ich glaube, es ist auch so. Denn schließlich geht es um Gefühle und Gefühle führen uns im Leben und dabei können sie uns zu Kummer oder zur Freude führen.

In den letzten Jahren habe ich über Vergebung sehr viel lernen dürfen. Habe ich früher als junge Frau angenommen, ich sollte dem Gegenüber vergeben, habe ich nie wirklich meine Gefühle dazu wahrgenommen, jedenfalls nie tiefgründig genug, glaube ich. Ich nahm Entschuldigungen an, ohne zu hinterfragen warum, wieso sie wohl angetragen werden. So glaube ich, das man sich selbst in jedem Fall zuerst vergeben muss, selbst wenn man annimmt keine Schuld zu tragen, denn keine Schuld zu tragen ist irgendwie falsch. Vielleicht kann ich das an einem Beispiel besser darstellen. Wenn man eine Freundschaft pflegt und wird vom Gegenüber betrogen, fordert man irgendwie eine Entschuldigung ein. „Ich habe nichts falsch gemacht, der andere muss sich bei mir entschuldigen.“ so oder so ähnlich läuft es wohl oft ab. Das Gegenüber sollte um Vergebung bitten und das stimmt auch. Doch müsste man sich selbst vielleicht auch vergeben? Aus dem Grund, eher kein Gefühl dafür bekommen zu haben, wie der Freund wirklich ist? Vielleicht hat man die eine oder andere Situation nie wirklich wahrnehmen wollen und wurde so ausgenutzt?

Ich für mich stellte jedenfalls fest, das ich mit dieser Denkweise besser mein Leben  verarbeiten kann. Natürlich kann man auch sagen, der andere hätte das nie ausnutzen sollen, stimmt auch wieder, aber den Fehler auch zuerst bei sich selbst zu suchen, ist meiner Meinung mutiger, und ich empfinde auch, man lernt dazu, besser auf sich selbst, auf seine Gefühle und Bedürfnisse zu achten. Was für mich aber jedoch auch nie heißen muss, dass der andere eine Entschuldigung, wenn sie ernst gemeint ist, aussprechen darf. Denn eine Entschuldigung zu fordern ist Unsinn meiner Meinung nach, sie kann ja nur wirklich ausgesprochen werden, wenn der andere es auch für sich so fühlt, einen Fehler begangen zu haben und dafür um Vergebung zu bitten.

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