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„Am Fenster“

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„Am Fenster“  der Text stammt aus der Feder von Hildegard Maria Rauchfuß und vertont wurde der Text in den 70ern Jahren durch die Gruppe City

„Einmal wissen dieses bleibt für immer
ist nicht Rausch der schon die Nacht verklagt
ist nicht Farbenschmelz noch Kerzenschimmer
von dem Grau des Morgen längst verjagt

Einmal fassen tief im Blute fühlen
dies ist mein und es ist nur durch Dich
nicht die Stirne mehr am Fenster kühlen
dran ein Nebel schwer vorüber strich

Einmal fassen tief im Blute fühlen
dies ist mein und es ist nur durch Dich
klagt ein Vogel ach auch mein Gefieder
näßt der Regen flieg ich durch die Welt“

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Für mich ist es das Lied aus meiner Vergangenheit und höre ich es heute, drehe ich immer noch laut. Es ist ein Gigant für mich, ein Stern am Musikhimmel, der immer bleiben wird.  Allein der Text, welcher mich unwahrscheinlich berührt und die Vertonung dessen, machen aus diesem Stück eine Einheit, wie ich sie bisher nie wieder wirklich bei einem andern Lied erlebt habe.

Und wenn ich darüber nachdenke, dass ich mit gerade mal 12 Jahren dieses Stück zum ersten Mal gehört und es mich seit dem nie wieder losgelassen, kann man sich vorstellen, wie sehr dieses Lied in meiner Seele klingt.

Damals war ich mit vielen anderen im Ferienlager in Storkow am See. Wir wohnten da in Bungalows. Für mich war es drei oder vier Jahre lang, der Urlaub schlechthin. Natürlich gab es da an manchem Abend auch Disco und wir waren verrückt danach. An einem Abend, ich erinnere mich, quatschten eine Freundin und ich bis sehr spät in die Nacht und wir naschten Englischdrops, einen nach dem anderen. Als unsere aufgebraucht,  machte ich das Mädel über mir, wir lagen in Doppelstockbetten, wach und fragte, ob wir auch deren Bonbons haben könnten. Als sie im Halbschlaf zusagte, haben wir diese auch noch genascht. Am nächsten Morgen hatte ich dann die Bescherung, ich hatte eine heftige Magenverstimmung und der Sani hatte kein Wissen darüber, bis ich ihm erzählte, wie es mich so erwischen konnte. Fakt allerdings war, ich musste ins Krankenzimmer umziehen und an die Disco war für mich nicht zu denken, aber ich hörte die Musik, so auch „Am Fenster.“ Und in den Pausen, es war ja Hochsommer, standen einige der anderen, an meinem Fenster um zu berichten, was da so abging. Damals für mich fast ein Weltuntergang.

Doch wenn so überlege, mit 12, hatte ich sicher noch keine Ahnung nur, von dem, was diese Worte an Bedeutung haben und doch berührte mich der Text in irgend einer Art und Weise.  Meine Seele hatte es mich fühlen lassen.

Heute geht es mir immer noch so. Höre ich ein Lied in einer Sprache, deren ich nicht mächtig bin, fühle ich dennoch, etwas berührt mich an dem Text. Schaue ich später nach, was es übersetzt heißt, kommt kein Staunen mehr, sondern ein „Ich fühlte es bereits.“

„Einmal Wissen dieses bleibt für immer. Einmal fassen tief im Blute fühlen,
dies ist mein und es ist nur durch Dich. Klagt ein Vogel, ach auch mein Gefieder näßt der Regen flieg ich durch die Welt.“

Was für eine Bedeutung allein diese Worte innehaben, für mich, in mir ein Gefühl des Herzschmerzes, das in diesem Moment, als ich es schreibe, sich einfach auflöst.

 

 

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